In der modernen Konsumgesellschaft ist die Freude darüber, etwas
Schönes und Neues zu erwerben, längst dem Zwang gewichen, immer das
Neueste, Beste und Schönste besitzen zu müssen. Die Waren werden
kurzlebiger, das Konsumkarussell dreht sich immer schneller und die
Käufer werden mit jedem erworbenen Gegenstand eher unglücklicher. Die
Dokumentation beleuchtet am Beispiel der USA das Konsumverhalten der
letzten 60 Jahre.
Warum wird eigentlich überall und zu jeder möglichen Tages- und
Nachtzeit gekauft? Die Dokumentation analysiert auf unterhaltsame Weise
die Evolution des modernen Menschen zum Konsumenten. Sie zeigt am
Beispiel der USA, dem langjährigen Vorbild der westlichen Hemisphäre,
die gesellschaftliche Situation vor 60 Jahren, als der Konsumterror
seine Anfänge nahm. Vom neuesten Auto, das schöner und schneller zu
sein hatte als das des Nachbarn, bis zum trendigen Mobiltelefon, von
dem jedes Jahr ein neues angeschafft werden muss, jedes bunter und
hipper als das alte Modell.
Doch auch die Konsequenzen des permanenten Konsums werden ins Bild
gerückt. Denn das schöne und bisweilen erhebende Gefühl, mit dem neuen
Kauf ein frisches Stück vom Glück erworben zu haben, stellt sich immer
schneller als trügerisch, weil unbefriedigend, heraus. Und die
Ausbeutung der Ressourcen und das Wachsen der Abfallberge werden immer
offensichtlicher. So stehen der Euphorie, das Neueste, Beste und
Schönste zu besitzen, die Leere nach dem Kauf und die programmierte
Katastrophe für die künftigen Generationen gegenüber.
Die geheimen Wasserverträge der Öffentlich-Privaten Partnerschaften
Warum
wird das Wasser in Berlin immer teurer? Diese und viele andere Fragen
beantwortet der Film "Flüssiges Berlin" und bringt dabei die Geheimnisse
der Öffentlich-Privaten Partnerschaften ans Tageslicht.
An dieser Stelle kann ich noch die Doku "Das Geschäft mit dem Wasser" aus der Reihe der durstige Planet empfehlen, aus der auch hervor geht das in Berlin zum Beispiel seit der PPP die Investionen in die Wasserinfrastruktur halbiert wurden.
Atomkraft - Ja, bitte! Die Bundesregierung will die Laufzeiten von
Atomkraftwerken verlängern, den Ausstieg aus der Kernenergie rückgängig
machen. Nur so könne eine günstige Stromversorgung garantiert und die
Klimaschutzziele erreicht werden. 2010 ist das Jahr, in dem sich der
Kampf um den Weg in die Energiezukunft entscheidet. Die Dokumentation
von Steffen Judzikowski und Christian Rohde zeigt Stationen der Debatte,
beantwortet Fragen zu den zentralen gesellschaftlichen Konflikten und
präsentiert dazu Argumente und Belege.
Mit einem Diskussionsbeitrag in ak 529 fiel der
Startschuss für eine Debatte in ak zum Thema "Die Linke und die
sozial-ökologische Frage". Dieser Text war im Rahmen von Diskussionen
innerhalb der Bundeskoordination Internationalismus (BUKO)
entstanden. So wie im Rahmen der BUKO entstehen gerade auch andernorts
Arbeits- und Diskussionszusammenhänge, die das Verhältnis von
Gesellschaft und Natur aus einer herrschaftskritischen Perspektive
thematisieren. Ergänzt um zusätzliche Artikel sind ein Teil der Texte in
der ak-Sonderbeilage "Die Linke und die sozial-ökologische
Frage" veröffentlicht. Die Broschüre kann für 4,50 Euro plus Porto per
Mail an vertrieb@akweb.de
bestellt werden.
ak 550 | Wer
will schon gegen Gerechtigkeit sein? | Till Seidensticker,
Niels Spilker,
Wasilis von Rauch |
Climate Justice im Elchtest: Kampfbegriff oder mit Absicht ungefüllte
Leerformel? | 21.5.2010 |
ak 549 | Climate
Justice | Philip Bedall, Martina Austen |
Bezugspunkt einer Gegenhegemonie oder wolkige Leerformel? | 16.4.2010
|
ak 544 | Handel
macht Klima - Klima macht Handel | Jürgen Kraus |
Karawane
von der WTO-Ministerkonferenz in Genf zum COP16-Klimagipfel in
Kopenhagen | 20.11.2009 |
ak 544 | Die
Energiefrage stellen! | Avanti - Projekt undogmatische
Linke |
Klima- und Anti-Atom-Bewegung müssen an einem Strang ziehen |
20.11.2009 |
ak 544 | Ja
klar, machen wir! | Jochen Stay |
Der Anti-Atom-Aktivist
Jochen Stay antwortet Avanti | 20.11.2009 |
ak 544 | Die
Karten werden neu gemischt | Hendrik Sander |
Für eine
revolutionäre Realpolitik gegenüber einem Green New Deal | 20.11.2009
|
ak 543 | Kopenhagen
in Sicht | Mona Bricke |
Nach der Aktionskonferenz ist vor
dem
Klimagipfel | 16.10.2009 |
ak 541 | Green
New Deal à la Europäische Union | Achim Brunnengräber |
In
der Klima- und Energiepolitik hält die EU am fossilistischen
Wachstumsparadigma fest | 21.8.2009 |
ak 531 | Für
produktive Unruhe sorgen
| Nicole Vrenegor |
Interview mit zwei InitiatorInnen des
Klima-/Antiracamps in Hamburg | 19.9.2008 |
ak 530 | Natur
und Arbeit sind in falscher Hand
| Mitglieder der Tierrechtsaktion Nord (TAN) |
Für eine
Verknüpfung der Analyse von
kapitalistischer Produktionsweise und Naturbeherrschung | 15.8.2008
|
ak 530 | Ressourcenkrise
als Formationsbruch |
Andreas Exner, Christian Lauk, Konstantin Kulterer |
Oder:
Emanzipation unter Bedingungen, die
sich die Linke nicht gewünscht hat | 15.8.2008 |
Tausende Kinder müssen in Westafrika auf Kakaoplantagen arbeiten - viele von ihnen sind Sklaven. Sie schuften auch für unsere Schokolade. Seit Jahren versprechen die Hersteller Besserung.
Als umweltfreundlich wollte der Ölkonzern gelten, dafür investierte BP
Millionen in PR-Kampagnen. Viel mehr als in umweltfreundliche
Technologien. Das rächt sich nun.
Laut Statistik besitzt jeder Deutsche vier Handys, eines in Benutzung und drei ausrangierte in der Schublade zuhause. Längst hat sich das Mobiltelefon vom Luxusgut zum Wegwerfartikel gewandelt. Wer denkt schon beim neuesten Handy-Schnäppchen daran, unter welchen Bedingungen die Geräte zumeist in Asien zusammen gebaut werden? Und was nach zwei bis drei Jahren damit passiert, nämlich dann, wenn sie veraltet sind und auf dem Schrott landen?
Für gesunde Produkte greifen wir gerne etwas tiefer in die Tasche. Undwenn Lebensmittel zudem ohne Umweltschädigung und zu gerechten Löhnehergestellt werden, haben wir auch noch ein gutes Gewissen. Doch dasBeispiel Palmöl lehrt uns etwas anderes.
Der Deutsche Bundestag möge beschließen die Neuausweisung von
Braunkohletagebauen grundsätzlich zu verbieten als auch von nun an
weitere in der Planung befindliche Braunkohlekraftwerke nicht mehr zu
genehmigen.
Begründung:
Obwohl die Verstromung von Braunkohle mit Abstand die schädlichste und
ineffizienteste Form der Energiegewinnung ist, befinden sich in
Deutschland mehrere große, der Grundlast dienende Braunkohleblöcke in
der Planungsphase. Auch wird von Seiten bestimmter Energiekonzerne die
Ausweisung neuer Tagebaue angestrebt. Braunkohlekraftwerke erreichen
von allen fossilen Kraftwerken die niedrigsten Wirkungsgrade, weisen
den spezifisch höchsten Schadstoffausstoß auf und liegen oft in
Gebieten, in denen eine Kraft-Wärmekopplung der Anlagen aufgrund der
Ferne von Ballungszentren nur bedingt oder gar nicht möglich ist.
Daneben benötigen sie enorme Flächen für die zugehörigen Tagebaue,
durch welche Hunderte von Quadratkilometern Kulturlandschaft mitsamt
den darauf befindlichen Dörfern abgebaggert wurden und noch immer
werden. Neben der Umsiedlung von Zehntausenden von Menschen werden
durch den Braunkohleabbau ganze Regionen unwiederbringlich vernichtet
sowie der Wasserhaushalt angrenzender Gebiete nachhaltig gestört, was
immense Folgekosten nach sich zieht.
Durch den extrem hohen Kohlendioxidausstoß (der mit ca. 1050g/kWh fast
dreimal so hoch ist wie der moderner Gaskraftwerke) tragen
Braunkohlekraftwerke überproportional stark zum Klimawandel bei und
machen das Erreichen des EU-Klimaziels sehr unwahrscheinlich. Daneben
produzieren sie Folgekosten in Milliardenhöhe (externe Kosten), die
jedoch nicht die Kraftwerksbetreiber begleichen müssen, sondern von der
Allgemeinheit bzw. dem Staat getragen werden müssen (vgl. die Studie
„Externe Kosten der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien im
Vergleich zur Stromerzeugung aus fossilen Energieträgern“). Des
Weiteren behindern sie aufgrund ihrer schlechten Regelbarkeit den
Ausbau der Erneuerbaren Energien. Mit den im Betrieb befindlichen
Kernkraftwerken, deren Laufzeit nun sehr wahrscheinlich verlängert
wird, sowie bereits bestehender Braun- und z. T. auch
Steinkohlekraftwerke verfügt Deutschland über sehr viele
Grundlastkraftwerke, welche sich allesamt nur bedingt mit verminderter
Leistung betreiben lassen. Dadurch kommt es immer häufiger zu der
Situation, dass Windenergieanlagen trotz des Vorrangs im
Erneuerbaren-Energie-Gesetz abgeschaltet werden müssen, da zu viel
Strom produziert wird und sonst die Netze überlastet würden. Weitere
Grundlastblöcke würden diese Situation noch weiter verschärfen, zumal
dann, wenn wie vorgesehen der Ausbau der Erneuerbaren Energien weiter
voranschreitet.
Da Kraftwerke durchschnittliche Laufzeiten von circa 40 Jahren haben,
würden neu gebaute Braunkohlekraftwerke bis mindestens 2050 laufen, was
sowohl angesichts des Klimawandels als auch der großflächigen
Landschaftszerstörung, die diese Form der Stromerzeugung nach sich
zieht, keinerlei Option sein kann. Zuletzt sind Braunkohlekraftwerke
auch in hohem Maße sozial ungerecht, da sie einerseits den Betreibern
hohe Gewinne bescheren, andererseits aber der öffentlichen Hand
Milliardensummen in Form externer Kosten aufbürden.
Eine kleine Übersicht mit Artikel die ich mit den Widersprüchen des "Green News Deal" Konzeptes beschäftigen.
Als Einstieg kann ich den Artikel "Überlegungen zum Green New Deal im Angesicht der (grünen) Krise"
empfehlen der sich mit den Themen Ökologie im(und) Kapitalismus in
Bezug auf die Weltwirtschaftskrise und den strukturellen Gegebeneheit
zur Zeit des New Deals und des Green New Deals beschäftigt.
Interessant ist an dieser Stelle auch der Artikel "Kapitalismus, ökologische Marktwirtschaft und Krise" der mit dem Gedanken "spielt" dass die Umweltkrise ein Marktversagen ist (Umweltschäden werden externalisiert,
deswegen Marktversagen), den Problemen die entstehen wenn man versucht
der Natur ein Preisschild anzuhängen bzw sie geldmäßig zu bewerten (und
natürlich der Tragik der Allmende Güter).
Besonders interessant ist der Vortrag "Grüner Kapitalismus" von Tadzio Müller der sich mit den Möglichkeiten von staatlicher Kontrolle beschäftigt die im Zuge der Internalisierung von Umweltkosten auftreten. Wer lieber liest als sich den Vortrag anzuhören, dem kann ich den Artikel "Orwell in grün"
empfehlen. Das ist ein Punkt der bisher sehr wenig betrachtet wird, und
vor allem auch aus liberaler(im klassischen Sinn) und
herrschaftskritscher Perspektive hoch interessant ist.
Das Märchen: Überlegungen zum Green New Deal im Angesicht der (grünen) Krise
Im Gebälk des globalen Kapitalismus kriselt es. Es gibt so viele verschiedene Krisentendenzen, dass Verweise auf "die Krise" oft mit der Frage beantwortet werden: "Welche denn?" Meist meint jemand die Krise, die ihr Dasein zwar als "Finanzkrise" begann, schon bald aber, volljährig geworden, sich "Weltwirtschaftskrise" nennen durfte. Es könnte sich aber auch um die "Energiekrise" handeln, die für nicht wenige Menschen auf der Welt direkter spürbar ist als die Krise der Weltwirtschaft. Oder um die Klimakrise, welche selbst wieder nur ein Ausdruck der weiteren "Biokrise" ist, Folge einer selbstmörderischen Diskrepanz zwischen dem ökologischen Lebenserhaltungssystem, welches unser Überleben sichert, und dem Bedarf des Kapitals, ständig wachsen zu müssen.
Die Natur beißt zurück - Kapitalismus, ökologische Marktwirtschaft und Krise
Die Natur beißt zurück: Wirbelstürme wie in New Orleans, Pandemien wie SARS oder die Vogelgrippe, Überschwemmungen und Bodenerosion, Dürren und Hungerkatastrophen, Kriege um abnehmende Ressourcen wie Land und Wasser, drohende „Migrationsströme“ – Mike Davis sieht einen klaren Zusammenhang zwischen Kapitalismus, ökologischem Kollaps sowie gesellschaftlichen Konflikten und Krisen. Die neoliberale Freisetzung des Marktes verstärkt den Druck zur Profitmaximierung und intensiviert die Ausbeutung der menschlichen Arbeitskraft und der natürlichen Ressourcen. Oder wie Karl Marx im Kapital schreibt: „Die kapitalistische Produktion entwickelt ... nur die Technik und Kombination des gesellschaftlichen Produktionsprozesses, indem sie zugleich die Springquellen alles Reichtums untergräbt: die Erde und den Arbeiter.“
Tadzio Müller: Grüner Kapitalismus.
Aus einer regulationstheoretischen Perspektive stellt Müller Überlegungen über die ökologischen Modernisierungsversuche des Kapitalismus, über Potentiale des Staates, im Namen von Umwelt- und Klimaschutz Kontrolle auszuüben und über die Möglichkeiten linker Intervention dagegen an.
Orwell in grün
Der Traum vom gläsernen Kunden gekreuzt mit Überwachungsphantasien und ökologischer Korrektheit: Im Namen des Klimaschutzes könnten neue Kontrolltechniken salonfähig werden.
Schneller, höher, weiter dem Abgrund entgegen - Eine Debatte um Wachstumslogik tut Not
Die Linke steht der derzeitigen Wirtschaftskrise bisher relativ konzeptlos gegenüber. Das ist kein Zufall, sondern die Folge einer jahrzehntelangen Vermeidung unangenehmer Diskussionen. Gerne wird übersehen, dass die aktuelle Krise nicht nur existenzielle ökonomische, sondern auch ebenso existenzielle ökologische Aspekte hat. Nur wer das anerkennt, wird begreifen, dass ihre Ursache das Festhalten am Wachstum ist. Der Wachstumsgedanke der Moderne ist in den Köpfen der Linken aller Schattierungen genauso verankert und unhinterfragt wie in denen der KapitalismusanbeterInnen. Damit zu brechen, bringt uns zu alten Fragen, aber auch zu neuen Ufern.
Zum Beispiel Konsum: Lohas werden die Welt nicht retten
Er hat das "Schwarzbuch Markenfirmen" geschrieben, in "Uns gehört die Welt!" erklärt er Macht und Machenschaften von Konzernen - für jetzt.de macht Klaus Werner-Lobo Wirtschaft plastisch. Heute: Warum Lohas blauäugig sind!
Das konsumistische Manifest
Konsumkritiker sind anscheinend die ersten, die durch die Finanzkrise arbeitslos geworden sind: Einkaufen gilt plötzlich als erste Bürgerpflicht. Wer richtig shoppt, rettet Wirtschaft und Umwelt, heißt es. Was für ein Irrsin
Widerstand regt sich in der Provinz: „Markt und
Privatisierung können nicht alles regulieren. Acht kleine münsterländische Gemeinden wollen wieder
unabhängig werden. Strom, Gas und Wasser – das wollen
sie zu ihren Bedingungen und zu ihren Preisen selbst verkaufen.
Bürgermeister Himmelmann hat ehrgeizige Ziele. So soll
möglicht viel Strom vor Ort aus erneuerbaren Energien
produziert werden. Und der soll billiger werden.
die story zeigt, was cradle to cradle will. Sie folgt den Spuren von Michael Braungart, der weltweit bei vielen Projekten engagiert ist, und sie beschreibt die Schwierigkeiten auf die cradle to cradle bei deutschen Politikern trifft.
Ein recht interessanter Artikel der auf die fehlgeleitet Bewertung öffentlicher Güter und/oder Umweltressourcen/schäden durch den "Markt" eingeht und das grundsätzliche Problem einer monetären Bewertung dieser "Güter" aufzeigt bzw andeutet.
Regionale Produkte kaufen und auf lange Transportwege verzichten: So meint der Normalbürger das Klima schonen zu können. Doch oft stimmt diese Rechnung überhaupt nicht.
Rosa Luxenburg Stiftung: grüner kapitalismus - krise, klimawandel und kein ende des wachstums Vorwort Studie zum Download
Heinrich Böll Stiftung: Auf dem Weg zu einem Green New Deal - Die Klima- und Wirtschaftskrise als transatlantische Herausforderung Vorwort Studie zum Download
Stiftung Wissenschaft und Politik: Macht die Sparlampen heller. Ökologisch korrekter Konsum ist gut für das eigene Gewissen und fürs Prestige - dem Klima nützt er nur wenig Artikel Download
Stiftung Wissenschaft und Politik: Strategischer Konsum statt nachhaltiger Politik? Ohnmacht und Selbstüberschätzung des "klimabewussten" Verbrauchers Artikel Download
Bundeskoordination Internationalismus: Positionspapier des Arbeitsschwerpunktes Soziale Ökologie zum Klimawandel Vorwort Artikel Download
Podcast und Diskussion
Green New Deal - Lösung der ökologischen Krise oder nur ein grüner Kapitalismus?
Dokumentation eines Streitgesprächs mit Ralf Fücks und Elmar Altvater. Auftaktveranstaltung des Rates für radikale Realpolitik – der neuen Zukunftskommission der RLS. Artikel und Videozusammenfassung
Boykottieren oder kaufen – Wie Moral und Konsum zusammenhängen Zusammenfassung Mp3
Presse
Das konsumistische Manifest
Konsumkritiker sind anscheinend die ersten, die durch die Finanzkrise arbeitslos geworden sind: Einkaufen gilt plötzlich als erste Bürgerpflicht. Wer richtig shoppt, rettet Wirtschaft und Umwelt, heißt es. Was für ein Irrsinn! Artikel bei Spiegel Online
Das Primat des Wirtschaftswachstums beenden
Die ökologischen Krisen zeigen es deutlich: Ein auf Wachstum begründetes Entwicklungsmodell ist heute nicht mehr tragfähig. Artikel bei Zeit Online
Nachhaltiger Konsum - Wunderbare Welt der Lohas
Kann ein neues Öko-Milieu namens Lohas mittels bewussten Konsums tatsächlich die Welt und die Rendite retten? Wer sind diese Lohas überhaupt? Artikel bei Taz Online
Die Wahrheit über Lohas - Egoistische Konsumguerilla
Sie sind die Ökos der zweiten Generation. Mit ihrem Konsum wollen Lohas die Welt nachhaltig verbessern. Doch laut einer Studie nur für sich selbst. Artikel bei SZ Online
Nicht die Armut, das Wachstum muss bekämpft werden
Ungebremstes Wachstum wird nicht mehr nur von Ökoradikalen, sondern auch von Vertretern des Establishments infrage gestellt. Doch das Umdenken bleibt zumeist halbherzig. Artikel bei Zeit Online
Blogs
Korrekte Konsumenten - Richtiges Einkaufen in der falschen Ökonomie
Zum Beispiel Konsum: Lohas werden die Welt nicht retten
Er hat das "Schwarzbuch Markenfirmen" geschrieben, in "Uns gehört die Welt!" erklärt er Macht und Machenschaften von Konzernen - für jetzt.de macht Klaus Werner-Lobo Wirtschaft plastisch. Heute: Warum Lohas blauäugig sind!
Zum Ende des Klimagipfels in Kopenhagen möchte ich auf ein meiner Meinung nach ausgesprochen guten und interessanten Kommentar von der BUKO hinweisen, der eine Kernaussage beinhaltet die ich in den letzten Wochen sehr vermisst habe. Es wurde viel Aufmerksamkeit auf dem Symptome des Klimawandels und deren Bekämpfung gerichtet, aber es wurde sich wenig bis gar nicht mit den grundlegenden, systembedingten Ursachen des Klimawandels beschäftigt. Der BUKO-Arbeitsschwerpunktes Soziale Ökologie hat es geschafft kurz und klar genau auf diese Probleme hinzuweisen:
Das Positionspapier des BUKO-Arbeitsschwerpunktes Soziale Ökologie (ASSÖ) will zu der Debatte um den Klimawandel, insbesondere im Bezug auf den UN-Klimagipfel in Dezember 2009 in Kopenhagen, zu einer kritischen Analyse des hegemonialen Diskurses und zur Diskussion um die Inhalte einer emanzipativen, herrschaftskritischen Gegenbewegung beitragen. In dem folgenden Text vertreten wir die These, dass von den Klimaverhandlungen in Kopenhagen nichts zu erwarten ist. Sie sind Teil offizieller Klimapolitik, die zur Lösung des Klimaproblems auf diejenigen Marktkräfte setzt, die die sozial-ökologische Krise erst verursacht haben. Wichtig ist aus unserer Sicht nicht der Ausgang der Klimaverhandlungen in Kopenhagen, wichtig sind die Verknüpfung der Diskussion um „Umweltprobleme“ mit Herrschafts– und Kapitalismuskritik und die Entwicklung von Alternativen zur herrschenden Klimapolitik. Wir wollen – mit anderen Worten – die sich verschärfende ökologische Krise ernst nehmen, ohne darüber den systemkritischen Kopf zu verlieren.
Die Gefahren sind bekannt. Wenn wir nicht bereit sind, bis 2050 den CO2-Ausstoß zu halbieren, dann werden Teile der Welt wahrscheinlich unbewohnbar. Doch konkrete Maßnahmen werden vertagt, wie auch jetzt wieder beim Gipfel in Kopenhagen. Das hat politische und psychologische Gründe: Regierungen, Unternehmer und Normalbürger handeln in kurzen Zyklen, in Amtszeiten, Wahlperioden, Quartalszahlen. Für Umwelt- und Klimaschutz fatal. In der Steinzeit war es evolutionär sinnvoll, dass Menschen nur überschaubare, kurzfristige Probleme zu lösen versuchten. Beim Klimawandel hat dieses Verhalten katastrophale Auswirkungen.
Von der einstigen Pilotanlage zur Wiederaufbereitung von Brennelementen aus deutschen Kernkraftwerken sind außer verstrahlten Gebäuden noch 60.000 Liter "Atomsuppe" übrig. Das flüssige Gift aus 20 Jahren Versuchsbetrieb lagert wenige Kilometer von der Karlsruher Innenstadt entfernt, auf dem Gelände des Forschungszentrums. 12 Kilogramm Plutonium, etwa 600 Kilogramm Uran und jede Menge Spaltprodukte wie Cäsium- oder Strontium-Isotope befinden sich dort in riesigen Edelstahltanks. Die selbst erhitzende Mischung muss ständig gerührt und gekühlt werden.
Seit die Pilotanlage zur Wiederaufbereitung 1991 gestoppt wurde, war klar, dass die gefährlich strahlende Restbrühe an einen sicheren Platz gebracht werden muss. So wurde eine eigens auf die Atomsuppe zugeschnittene Verglasungsanlage in Karlsruhe gebaut. Seit ungefähr zwei Jahren steht sie bereit, doch immer neue Sicherheitslücken bei der Verarbeitung wurden aufgespürt. Das hat die Anlage enorm verteuert. Heute belaufen sich die Kosten auf rund 2,6 Milliarden Euro für die Verglasung der Atomsuppe und den Rückbau der verstrahlten Anlagen.