[ Musik , Nationalismus/Rechtsextremimus , Hörbar , Antifa ] 31 Januar, 2010 22:02

Berlin - Busse nach Dresden und zurück

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Naziaufmarsch in Dresden Berliner Polizei hilft Linken bei Mobilisierung 

So viele Berliner wie noch nie wollen zur Blockade des Dresdeners Naziaufmarsches fahren. Für die gute Mobilisierung sorgen Repressalien von Polizei und Staatsanwaltschaft.

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Dresden - Vom Mythos der unschuldigen Stadt

[ Nationalismus/Rechtsextremimus ] 13 Juli, 2009 16:05

 Nazis aus dem Viertel jagen!  Euer Terror bleibt nicht ungestraft!

Am frühen Sonntagmorgen (12.7.) verletzten vier Neonazis einen 22jähirgen Neuköllner am S-Bhf. Frankfurter Allee lebensgefährlich. Die Neonazis pöbelten willkürlich Passanten an, die sich im Gang zwischen S- und U-Bahnhof Frankfurter Allee befanden. Schlugen und traten um sich. Bis sie letztlich in dem 22-jährigen linken Jugendlichen, der auf dem Weg zur S-Bahn war, ihr Opfer fanden. Auf diesen prügelten die vier Männer so lange ein, bis er das Bewusstsein verlor.

Aus diesem Anlass wird am kommenden Samstag (18. Juli 2009 | 18.00 Uhr | Bersarin Platz) eine große Bündnis-Demonstration gegen Nazi-Terror in Friedrichshain geben.

Quelle

Berliner Morgenpost

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[ Nationalismus/Rechtsextremimus ] 27 November, 2008 18:56

Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat nach Der rechtsextreme Alltag der Deutschen gerade eine neue Studie veröffentlicht: Bewegung in der Mitte - Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland 2008.

mehr Infos:

Ausländerfeindlichkeit und Chauvinismus: Bayern liegt an der Spitze
In Ostdeutschland nehmen Ausländerfeindlichkeit und die Befürwortung einer rechten Diktatur zu
Rechtsextreme Einstellungen, Ausländerfeindlichkeit und Chauvinismus sind, so Studien, die im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung seit 2002 durchgeführt wurden, keinesfalls Eigenschaften von Menschen am gesellschaftlichen Rand, sondern ein Problem der gesellschaftlichen Mitte (Der rechtsextreme Alltag der Deutschen). Das belegt auch die neueste Studie Bewegung in der Mitte - Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland 2008, die aber immerhin zu dem Ergebnis kommt, dass rechtsextreme Einstellungen bundesweit abnehmen, wobei es allerdings erhebliche Unterschiede zwischen Ost und West und zwischen den einzelnen Bundesländern gibt.

Telepolis

[ Nationalismus/Rechtsextremimus , Medien/Gesellschaftskritik ] 17 Juli, 2008 12:37

Von der Friedrich-Ebert-Stiftung wurde eine Studie zu rechtsextremen Tendenzen im Alltag in Auftrag gegeben, die kürzlich unter dem Titel Ein Blick in die Mitte veröffentlicht wurde. Zu den Ergebnissen der von Oliver Decker und Elmar Brähler an der Universität Leipzig geleiteten Studie gehört, dass rechtsextreme Einstellungen und Geringschätzung der Demokratie in der Bevölkerung noch weiter verbreitet sind, als bisher angenommen wurde. Die Soziologin Marliese Weißmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt "Weltsichten in prekären Lebenslagen" am Institut für Kulturwissenschaften der Universität Leipzig, war bei Datenerhebung und Durchführung der Untersuchung, sowie als Koautorin an der Studie beteiligt.

ganzes Interview

von Marcus Born bei Telepolis


Studie von der Friedrich-Ebert-Stiftung  „Blick in die Mitte (PDF)

[ Lobbyismus , Nationalismus/Rechtsextremimus , Medien/Gesellschaftskritik , Stadtumstrukturierung ] 24 Juni, 2008 16:20

Erstmals werden die verschiedenen Ansätze der Neoliberalismusforschung im deutschsprachigen Raum unter verschiedenen Perspektiven gebündelt dargestellt. Bemerkenswert erscheint dabei der Zusammenhang zwischen dem neoliberalen Projekt und dem wachsenden Rechtspopulismus und Rechtsextremismus. Der Kölner Poltikwissenschaftler Christoph Butterwegge kennt sich in beiden Themen bestens aus und stellt uns einen Text aus seinem neuen Buch zur Verfügung.

Marktradikalismus und Rechtsextremismus – Teil 1/4
Von Prof. Dr. Christoph Butterwegge

 

[ Position und Debatte , Nationalismus/Rechtsextremimus ] 17 Juni, 2008 11:25

Man könnte meinen, eine dauerhafte Mischung aus Sonne, Licht und blauem Himmel führt zu sommerlicher Befriedigung und hat mindestens den Uralt-Ärzteslogen „ich bin glücklich, ich liebe dich so“ verdient . Doch habe ich die fiese faustsche Regel vergessen, nach deren Negativinterpretation alle genervt ihres Weges gehen: wenn ich nicht unzufrieden bin, holt mich der Teufel. Also schwimmt jeder in seiner Pfütze Körperflüssigkeit auf das Äußerste angenervt an den anderen verschwitzten Miesepetern vorbei und wenn es richtig schlecht läuft kommt jetzt der Schlachtweg zur U-Bahn…(einmal mehr mein Appell: fahrt mehr Fahrrad, wer es nicht lassen kann oder auf Arbeit wieder trocken sein muss, der installiere sich als Ventilatorersatz die Sammlung gelber Streifen verschönerter Nationalfläggchen am Lenker, alles kein Problem.)
Da passen sich doch vergangene und momentane Geschehnisse gut ein: die Milch deutscher Bauern landete in der Gosse, die Abschaffung von Studiengebühren in Hessen vorerst auch und Sachsen, Sachsen ist die Gosse, in der die NPD händchenhaltend mit im Durchschnitt 5,1 % der Wähler Richtung Kreistage watet und so tut, als wäre der Schlamm an ihren Schuhen Schokopudding.

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[ Nationalismus/Rechtsextremimus , Medien/Gesellschaftskritik ] 12 Juni, 2008 13:07

Taucht Deutschland zur Männer-Fußball-Europameisterschaft wieder unbekümmert in Schwarz-Rot-Gold ein, wird jede Kritik an der Voranstellung der Nation als Identifikationsfigur gnadenlos abgeschmettert und die Abgrenzung zum “übersteigerten Nationalismus” leichtfertig mit einem “positiven Verhältnis zur Nation” und einem “gesunden Patriotismus” begründet. Ein unverkrampftes Verhältnis zu Deutschland heißt dann: Eine Deutschlandflagge gratis beim Kauf von zwei Tüten Chips. Der Normalisierungsprozess in Bezug auf das Verhältnis des Einzelnen zur Nation sei in vollem Umfang abgeschlossen, da man sich doch nun genug mit der Geschichte auseinandergesetzt habe und der Aufarbeitungsweltmeister Deutschland sich die gesellschaftliche Befugnis zu patriotischen Regungen hart erarbeitet habe. Fast schon höhnisch klingt die Sehnsucht von Rheinhard Mohr nach einem “Stimmungskick durch die EM” um nun auch endlich das Dauerelend der sozialen Ungerechtigkeit zu überwinden. Nationalstolz als Super-Pille - Nebenwirkungen ausgeschlossen? Vergessen sind Rostock-Lichtenhagen, Mölln und Solingen - wiedervereinte deutsche Bürger guckten zu bei fremdem Elend und nachher hat niemand was gesehen. Fast blind vor Deutschtümelei werden der Einzug der NPD in die ostdeutschen Landtage und der Anstieg von rechtsextremen Gewalttaten als Randphänomen abgeschoben und die eigentlichen Ursachen verschleiert. Als adäquate Antwort folgt ein Fischen nach Wählerstimmen am rechten Rand - nach der Bewältigung der Vergangenheit folgt das Ignorieren der Gegenwart.
 
Übergangen wird die Tatsache, dass “Nation” einem Abgrenzungsprozess entspringt, dessen Ursprünge in Begriffen wie Abstammung und Kultur wurzeln. Das Hochhalten der Deutschlandflagge symbolisiert nicht die Identifikation mit einer demokratischen, verfassungsrechtlich geschützten Grundordnung, sondern die identifikatorische Bindung einer Masse und somit die Bildung einer nationalen Identität, der man nicht entkommen kann, ohne sich auszugrenzen. Es entsteht ein Zwangszusammenhang, der sich gegen das Individuum richtet und ein Kollektivsubjekt erzeugt, dem man sich unterzuordnen hat. Normalisierung des Verhältnisses zur deutschen Nation bedeutet die Einforderung der Identifikation des Einzelnen mit der Masse. Die Konsequenz ist keine pluralistische Demokratie, sondern der kleinlaute Untergang des Individuums in einem “Volkskörper” in dem stummes Kopfnicken für die Mehrheit zu einer notwendigen Überlebenspraxis heranreift. Die Kritik an deutschen Zuständen und damit an einer schwarz-rot-notgeilen Sport-Popkultur steht also nicht zwingend im Zusammenhang mit der Ablehnung der Verfassung der BRD - jedoch wird die Plakette, unter anderem durch den § 90a StGB, schnell verteilt, um weiterhin im Strom der Unberührbarkeit hinwegzutreiben.
 
“Deutsch mich nicht voll!” heißt in diesem Sinne: Kein entspanntes Verhältnis zur deutschen Nation - weder im Alltag noch zu irgendeiner Fußballmeisterschaft. Wenn also mit dem Restart eines “Sommermärchens” die Mehrheit in Gefühlsduselei verfällt, wird ein Protest umso notwendiger. Wir laden deshalb jedeN dazu ein, das Internet, in all seinen Formen, als Plattform zu nutzen, um mit künstlerischen Darbietungen ihre / seine Ablehnung zum Ausdruck zu bringen. Ziel ist es dabei, eine interaktive Ausstellung heranwachsen zu lassen, die auf unterschiedlichste Art veranschaulicht, warum jedweder Auswuchs von deutschem Nationalismus keine Strategie sein kann. Fußballfan-Lieder wie „Eine U-Bahn, eine U-Bahn bauen wir von Mönchengladbach bis nach Auschwitz…“ sind nur Früchte einer unterschätzten Gefahr. Konsequent gegen Antisemitismus, Rassismus, Geschichtsrevisionismus und Sexismus - Nazis den Nährboden entziehen!

Quelle

via

[ Nationalismus/Rechtsextremimus ] 07 Februar, 2008 12:14

 

Gute Nachrichten haben mich heute morgen erreicht:

Dem erst am 1. Februar in der Rosenthalerstraße 18 in Berlin Mitte neueröffnete Laden “Tønsberg”, der ausschließlich die bei Rechtsextremen beliebte Marke „Thor Steinar“ verkauft, wurde der Mietvertrag gekündigt.

Quelle/mehr Infos: 

Indymedia

[ Nationalismus/Rechtsextremimus ] 22 Januar, 2008 12:55

Rassistische und antisemitische Sprüche bei einem Fußballspiel im sächsischen Wurzen. 14-Jährige beschimpfen Gleichaltrige. Erwachsene finden das gar nicht so schlimm. Das passierte im Mai 2007. Ein Spieler der Gastgeber und der gastgebende Verein wurden durch ein Sportgericht verurteilt. Die Staatsanwaltschaft Leipzig jedoch stellte die Ermittlungen auf Verdacht der Volksverhetzung ein.

ganzer Artikel 

[ Nationalismus/Rechtsextremimus , Videos ] 14 Januar, 2008 09:40

Junge Mädchen und Frauen stellen die "zweite Front" der Neonazis. Sie wirken im Hintergrund und ziehen immer häufiger politisch die Fäden. Neonazistinnen sind dabei, wenn braune Kameraden aufmarschieren, sie gestalten NPD-Infotische und sorgen für nationalgesinnten Nachwuchs.
Ob als Straßenkämpferin, Gefährtin oder in der traditionellen völkischen Mutterrolle, weibliche Neonazis repräsentieren eine Vielfalt an Lifestyles und Lebensvorstellungen. Ihre Anwesenheit soll für Stabilität innerhalb des nationalistischen Spektrums sorgen. Sie wollen nicht mehr nur die Freundin eines Neonazis sein.

Es gibt weibliche Rednerinnen, eine bekannte NPD-Liedermacherin und eine neue Frauenorganisation der Neonazi-Partei. selbstbewußte Frauen sehen sich in ihrer "biologischen Rolle" zur "Erhaltung der weißen Rasse" verpflichtet, nach dem Motto "Kinder für das deutsche Vaterland". Der Schlüsselbegriff dieser Haltung liegt im Nationalsozialismus verwurzelt und nennt sich "Volksgemeinschaft".

Dieser Film soll die Zwiespältigkeit der extrem rechten Szene im Umgang mit ihrem weiblichen Potential widerspiegeln und einen Blick hinter die Kulissen einer nur scheinbar gleichberechtigt agierenden Szene gewähren. Denn Sexismus, Gewalt und Unterdrückung sind an der Tagesordnung. Aussteigerinnen - die über ihr Leben im braunen Sumpf berichten - gibt es kaum. Sie schweigen aus Angst vor den Kameraden.

Ein Film von Andrea Röpke und Recherche Nord

Quelle

mehr Infos:
NPD-Blog
Telepolis: Frauen auf dem Vormarsch 

[ Nationalismus/Rechtsextremimus , Medien/Gesellschaftskritik , Videos ] 09 Dezember, 2007 17:50

In der Sendung Mit offenen Karten von Arte werden aktuelle aber auch allgemeine (geo)poltische Ereignisse sehr komprimiert aber auch ausgesprochen anschaulich anhand von Karten erklärt.  
In der Sendung "Migration – angebliche Gefahren" vom 27.11.07 wird sehr schon dargelegt, wie wichtig die Zuwanderung gerade für die Industrienationen ist und wie wiedersprüchlich dazu das Handeln der Poltik ist. Es werden Ängste geschürt und in den Medien wird gegen Immigranten gehetzt und die Poltik greift das dankbar auf und schürrt mit populistischen aber wenig nachhaltigen und dummen Entscheidungen Fremdenhass und Ängste...

 

[ Informationguerilla , Nationalismus/Rechtsextremimus , Videos ] 29 November, 2007 21:02

Quelle

Die Familie Quandt ist eine der reichsten und einflussreichsten Unternehmerfamilien Deutschlands. Lange Zeit war die Herkunft ihres Vermögens unbekannt, die Archive der Firmen der Familie blieben für Außenstehende verschlossen und die Quandts gaben keine Informationen preis.

Die NDR Autoren Eric Friedler und Barbara Siebert haben über fünf Jahre lang recheriert und aufgedeckt, dass die Familie Quandt massiv vom Nationalsozialismus profitiert hat. Das KZ Hannover-Stöcken war z.b. direkt an die Quandtsche Batteriefabrik AFA (später Varta) angeschlossen und die KZ-Häftlinge mussten ungeschützt mit hochgiftigen Chemikalien arbeiten - "Vernichtung durch Arbeit". Die , welche überlebten haben schweren gesundheitlichen Schäden davon getragen. Dies ist nur eins von mehreren Beispielen, wie die Quandts direkt vom Nationalsozialismus und den Eroberungs- und Vernichtungskriegen der Nazis profitierten.
Wirklich haaresträubend ist, wie sich die Quandts auch nach dem Krieg durch die Nürnburger- Prozesse durchlavierte und trotz  ihrer Taten als „Mitläufer“ eingestuft wurden und ohne jegliche Strafe davon gekommen sind.

Diese außerordentlich gute und interessante Dokumention von Eric Friedler und Barbara Siebert führt die Verbrechen und die Skrupellosigkeit der Familie Quandt zur NS-Zeit und das Jahrzehnte lange Leugnen und Abstreiten danach sehr anschaulich vor.

Zeit: Die Quandts und die Nazis

SZ: Eine deutsche Dynastie, die Nazis und das KZ

FAZ: Aus der Wehrwirtschaft

[ Nationalismus/Rechtsextremimus , Medien/Gesellschaftskritik ] 29 November, 2007 11:13
In manchen Gegenden Deutschlands ballen sich die gesellschaftlichen Probleme - es herrschen Abstiegsängste, Orientierungslosigkeit und Fremdenfeindlichkeit. Ein Forschungsbericht von von Wilhelm Heitmeyer:

Unsere diesjährige Analyse der feindseligen Mentalitäten gegenüber schwachen Gruppen, wie wir sie in unserem jährlichen Bericht über »Deutsche Zustände« beschreiben, zeigt drei auffällige Entwicklungslinien: Das Ausmaß an Fremdenfeindlichkeit mit deutlicher Zustimmung dazu, dass es zu viele Ausländer im Lande gebe und sie nach Hause geschickt werden sollten, wenn die Arbeitsplätze knapp würden, nahm in den letzten Jahren kontinuierlich zu. Dies gilt auch für die subtile Abwehr jener Gruppen, gegenüber denen Etabliertenvorrechte reklamiert werden.

[...]

Nun zeigen unsere Analysen, dass sich das Ausmaß bei verschiedenen Elementen der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit deutlich zwischen Land und Stadt unterscheidet. Die höchsten Zustimmungen zu feindeligen Äußerungen finden wir in dörflichen Gemeinden und Kleinstädten Ostdeutschlands. Besorgniserregend ist das deshalb, weil in Ostdeutschland eine ländlich-kleinstädtische Siedlungsstruktur dominiert. Hinzu kommt, dass mit der Abwanderung von gut ausgebildeten jungen Menschen ein systematischer Selektionseffekt entsteht. Das lässt erwarten, dass sich das Verhalten derjenigen, die bleiben, noch weiter homogenisiert. In den abwanderungsstarken Kommunen und Regionen gibt es einen niedrigeren Bildungsgrad, eine höhere Angst vor Arbeitslosigkeit, ein größeres Gefühl politischer Machtlosigkeit und stärkere mangelnde soziale Unterstützung als in abwanderungsschwachen Regionen.

[...]

Empirisch können wir zeigen: Desintegrationsprozesse gehen mit wachsender Orientierungslosigkeit einher. Es ist also keine Überraschung, dass in Zeiten wie diesen solche Kampagnen angefacht werden. Sie dienen als eine Art Ersatzanker in stürmischen sozialen Gewässern. In der Tat zeigen die Ergebnisse unserer Analyse, dass für Menschen, die sich orientierungslos fühlen und darunter leiden, der Stolz, Deutscher zu sein, eine wichtige Stabilisierungsfunktion zu haben scheint. Aber: Je größer der Nationalstolz bei den Befragten ist, desto weniger wichtig sind ihnen demokratische Errungenschaften.

Es ist daher riskant, soziale Desintegration mit Nationalstolz kompensieren zu wollen. Dies hat sich auch bei der Fußballweltmeisterschaft gezeigt. Der »neue« Nationalstolz in Schwarz-Rot-Gold wurde allgemein begrüßt. Die Auswertung der Daten unserer Längsschnittstudie von 2002 und 2006 zeigt jedoch, dass Nationalstolz einen signifikanten Einfluss auf fremdenfeindliche Einstellungen hat: Je höher die Identifikation mit Deutschland und je größer der Stolz auf die eigene Gruppe, desto stärker werden Fremdgruppen abgewertet. Dies ist zusätzlich problematisch, weil sich empirisch zeigt, dass die Integrationsbereitschaft der Mehrheit gegenüber Minderheiten und insbesondere gegenüber Muslimen abnimmt.


Link zu dem kompletten Bericht
Zeit.de
[ Nationalismus/Rechtsextremimus ] 23 November, 2007 11:09

Bei Zeit Online gibt es eine interessante Artikelsammlung die sich mit Nationalismus beschäftigt

 

 

Wissen kompakt - Staaten kosten Menschenleben
Frankreich, Deutschland, Irak oder Iran - überall forderte und fordert der Nationalismus Todesopfer. Elf Schauplätze in Wort und Bild

Ein Volk, ein Staat, ein Krieg
Nationalismus ist eine Gewalt fördernde Ideologie. Wo sie entsteht, fließt Blut. Eine historische Analyse am Beispiel der Türkei, einem Staat voll ethnischer Vielfalt
Von Michael Thumann

»Erfolgreich vergessen«
Nationalismusforscher Stefan Troebst über Nationalismus als geschichtslose Ideologie und ihre gewaltsame Wirkung. Ein Interview.

Nationalstaat, zerfasert

Ob Steuern, Sicherheit oder Rechtsprechung – längst entscheiden Regierungen nicht mehr souverän. Wirken sie deshalb so gelähmt?
Von Gunter Hofmann

Keine Erfolgsgeschichte
Hans-Ulrich Wehler analysiert Ursprünge und Wirkungen des Nationalstaats.
Von Rudolf Walther

Opfer im leeren Tempel
Aus dem Schiffbruch der Ideologien ist die Vergötzung des eigenen Volkes überraschend heil davongekommen. Anmerkungen zum Nationalismus als globaler Leitkultur.
Von Jan Ross

Die Zukunft der Nationalstaaten
Der Bremer Politikwissenschaftler Michael Zürn entwirft eine globale Regierungslehre.
Von Volker Heins

noch mehr Artikel findet ihr unter:

http://www.zeit.de/bildungskanon/nationalismus 

[ Nationalismus/Rechtsextremimus ] 15 November, 2007 15:37

Lahnix hat in seinem Blog auf einen sehr schönen Beitrag vom Störungsmelder Blog über die Gefahr der Relativierung von Rechtsextremismus hingewiesen:

Die Relativierung von Rechtsextremismus in einer Diskussion über ebendiesen ist darum so verdammt gefährlich, weil ein Gleichsetzen von rechts(extrem) motivierten Gewalttaten mit anderen Delikten der oft zitierte Äpfel-Birnen-Vergleich ist. Denn dabei wird der riesige und wichtige Unterschied unterschlagen, daß bei rechtsextremen/nationalen Ideologien die Würde jedes Einzelnen NICHT gleich viel wert ist:

- Sie propagieren ein Weltbild, das u.a. von Rassismus, Antisemitismus und Sexismus geprägt ist und widersprechen damit dem mittlerweile weltweit herrschenden und hart erkämpften Grundkonsens, daß jeder Mensch das gleiche Recht auf Leben hat.

- Sie stellen die Herrschaft einer Gruppe (”Rasse”) Menschen über alle anderen als wünschenswerte und einzig wahre Staatsordnung dar, unterscheiden „die Anderen“ sich nun durch äußerliche oder weltanschauliche Merkmale von ihnen selbst.

- Sie sind eine konstante Bedrohung für eine freiheitlich-demokratische Ordnung, deren Grundrechte wie Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit etc. sie zur Verbreitung ihrer menschenverachtenden Denkweise paradoxerweise für sich selbst einfordern, die sie aber in der Wunschvorstellung ihrer Gesellschaftsordnung allen Andersdenkenden sofort absprechen und jene - einfach nur aufgrund deren “Andersartigkeit” – verfolgen, bestrafen, wenn nicht sogar töten würden. Sie streben damit ein homogenes und totalitäres politisches und gesellschaftliches System an.

Mit dem ständigen Verweis auf von Linken oder Ausländern begangene Verbrechen können politisch rechts motivierte Straftaten nicht aufgewogen oder ausgeglichen werden!

Jeder, der bei der Fragestellung “Was kann man gegen Rechtsextremismus tun?” sofort auf eine andere Problematik verweist und damit abzulenken versucht, beweist damit nur noch mehr die absolute Notwendigkeit von Initiativen gegen rechte Gewalt, denn derjenige verschließt dann wie so viele andere leider auch die Augen vor der Bedrohung durch rechte/nationale Ideologien. Rechtsextreme einfach gewähren zu lassen mit der Begründung “Wir haben doch mit den Ausländern und Linksextremen viel mehr Probleme.” bedeutet, unsere Demokratie nicht zu schützen. Doch genau das ist unsere Pflicht.

Quelle

[ Nationalismus/Rechtsextremimus ] 12 November, 2007 13:13

In Madrid wurde am 11.11.07 ein 16-Jähriger Antifaschist von einem Soldaten mit einem Stich ins Herz ermordet. Ein weiterer Antifaschist liegt schwer verletzt mit einem Lungenstich im Krankenhaus. Der Täter, ein 24-Jähriger Soldat der der Rechten Szene angehört, wurde zunächst von anderen Antifaschisten gestellt und anschließend von der Polizei festgenommen. Gestern Abend ist es noch zu Protesten gekommen, in Madrid mit ca 1000 Teilnehmern, weiter Proteste sollen folgen.

 

Ich werde den Beitrag aktualisieren wenn ich mehr, bzw genauere Informationen habe.

Kundgebung in Berlin:
19 Uhr Schlesisches Tor

Infos auf Deutsch
http://de.indymedia.org/2007/11/199149.shtml
http://de.indymedia.org/2007/11/199076.shtml
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,516747,00.html
http://www.red-skins.de

Ein 24jähriger spanischer Berufsoldat hat mutmaßlich am Sonntag einen Jugendlichen ermordet, der mit anderen Antifaschisten gegen einen ausländerfeindlichen Aufmarsch protestieren wollte. Der Skinhead soll die Gruppe in der Metro angegriffen haben. Ein Jugendlicher wurde getötet, einer schwer und drei weitere Antifaschisten leicht verletzt. Die Gewaltakte der extremen Rechten nehmen zu.
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/26/26597/1.html


Infos auf Spanisch
http://madrid.indymedia.org/newswire/display/5358/index.php
http://madrid.indymedia.org/newswire/display/5359/index.php
http://www.elpais.com
http://www.kaosenlared.net/seccion.php?id_seccion=59
http://espacioalternativo.org/home.html
http://www.elmundo.es/elmundo/2007/11/11/madrid/1194785649.html (Video)

Bericht über die anschließenden Demos mit Bildern
http://www.klinamen.org/article3360.html
www.nuevaradio.org/theplatform/index.php?blog=4&p=450
www.klinamen.org/article3360.html

am Rande zu berichten:
Madrid - Dem Verfassungsgericht zufolge muss das Strafgesetzbuch geändert werden. Bisher ist es in Spanien so, dass jeder, der den millionenfachen Mord an Juden in der Nazi-Zeit leugnet, mit bis zu zwei Jahren Haft rechnen muss. Nach einer Klage des früheren Anführers einer spanischen Neonazi-Gruppierung entschied das Gericht nun, dass solche Behauptungen unter die Meinungsfreiheit fallen müssten und eine Bestrafung somit verfassungswidrig wäre. Die ausführliche Begründung des Urteils wird in einigen Tagen erwartet.
Quelle

[ Nationalismus/Rechtsextremimus ] 31 Oktober, 2007 10:49

Gibt es Alternativen zum herrschenden Wirtschaftssystem? Wie lassen sich Konsum, Produktion und Finanzwirtschaft besser gestalten? Eine Debatte, angestoßen von der Wiener Künstlergruppe WochenKlausur

ZEIT online bietet dem Projekt eine mediale Plattform.
http://www.zeit.de/themen/wirtschaft/besser-wirtschaften

Eine Interessante Debatte, auf jeden Fall lesenswert!

Eine schwarze Utopie
Von Elmar Altvater
Nicht der Staat verursacht Krisen und Elend - der entfesselte Markt zerstört Mensch, Natur und Gesellschaft. Wer anderes behauptet, betreibt neoliberale, reaktionäre Propaganda.

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[ Nationalismus/Rechtsextremimus , Videos ] 30 Oktober, 2007 17:22

Ein sehr lustiges extra3 Interview mit dem ehemaligen Hamburger Innensenator Roger Kusch, der rechtskonservativen Partei   "Heimat Hamburg” zu den Wahlen 2008 in Hamburg antreten will. 


via provinzkritik

[ Informationguerilla , Nationalismus/Rechtsextremimus , Videos ] 28 Juni, 2007 13:45

Das TV Magazin Panorama eine interessanten Bericht veröffentlich, der recht gut aufzeigt wie die Polizei bei rechtsextremen Straftaten wegschaut, diese runterspielt oder als unpolitisch einstuft. Diese Verhalten wird nicht nur von hohen Polizeistellen(Polizeidirektion Dessau, stellvertretender Polizeipräsident) geschützt, sondern auch gefordert. Polizisten(Leiter des Staatsschutz, normale Staatsschutzbeamte) die im Kampf gegen Rechtsextreme zu erfolgreich sind, werden von ihren Posten abgezogen und aufs Abstellgleis abgeschoben (Radarfallen aufbauen, Streife laufen usw).

Video

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[ Nationalismus/Rechtsextremimus , Videos ] 12 Juni, 2007 19:21

Den aufmerksamen Zeitungslesern sind die vielen Berichte bezüglich der so genannten Sachsen Affäre bzw Sachsenmafia bestimmt nicht entgangen. Es geht um die Verstrickung von organisierter Kriminalität, Prostitution, Ex-Stasi-Offizieren, Rechtsextremisten, Immobilienszene, Kommunalpolitik und Justiz zu einer mafiösen Verbindung.

Mir ist da eine ganz interessant Dokumentation von "die Story" eingefallen, die ich vor einiger Zeit mal gesehen habe. Sie zeigt recht anschaulich wie tief die Rechtsextremisten besonders in Sachsen in der Gesellschaft integriert sind. Die Dokumentation kommt aus dem Jahr 2005, aber sie zeigt die Taktik und das Vorgehen der NPD sich in die Gesellschaft zu integrieren und gleichzeitig einen militanten Flügel aufzubauen. Man kann, wenn man die Dokumentation angesehen hat, sich die Verstrickung von organisierter Kriminalität, Rechtsradikalen und der Justiz besser vorstellen und deshalb halte ich die Dokumentation für immer noch sehr interessant, auch wenn sie nicht topaktuell ist.

mit der google video suche findet ihr da bestimmt noch ein paar Infos zu: 

Video 43 min

http://www.wdr.de/tv/diestory/051121.phtml 

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