[ Podcast ] 22 Januar, 2010 15:40

Bis vor zehn Jahren war die Welt der Geflügelbauern in Ghana noch in Ordnung. Die versorgten ihre Kundschaft mit Frischhuhn, das sie selber züchteten und auf die Märkte des Landes brachten. Doch dann überschwemmten tiefgefrorene Hähnchenteile aus Europa zu Dumpingpreisen das Land.Dagegen konnte die heimische Geflügelwirtschaft nicht konkurrieren und eine gesamte Branche brach zusammen. Wie viele Arbeitsplätze verloren gingen, ist schwer zu schätzen, sicher ist allerdings: Nicht nur die meisten Bauern mussten ihre Höfe schießen. Auch der Umsatz von Brütereien, Futtermühlen, Schlachthäusern und Transportunternehmen brach zusammen.

Von Bettina Rühl 

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[ Podcast ] 18 Januar, 2010 14:52
Er war mit allen rebellischen Geistern Europas in Verbindung: der russische Anarchist Michail Bakunin (1814 - 1876). Den Freiheitskampf der Polen unterstützte er ebenso wie die Unruhen und Umsturzversuche in Italien, Frankreich und Spanien. Seine revolutionären Aktivitäten in Deutschland bescherten Bakunin 1849 mehr als ein Jahrzehnt Kerker und sibirische Verbannung. Als alternder Flüchtling kehrte der russische Adelige nach Europa zurück und entwickelte nun klare Vorstellungen von dem, was seiner Meinung nach dem selbstbestimmten Leben des Einzelnen und ganzer Völker entgegenstand: der Staat mit seiner hierarchisch organisierten Gesellschaft und Gewalt. Bakunins Gegenentwurf war die Anarchie, soll heißen: Leben ohne Zwang, Ausbeutung, Gewalt und Kontrolle von oben. Im Ringen um Anhängerschaft im linken Europa war Karl Marx sein Antipode, der ihn regelrecht bekämpfte. Bakunins Ideen werden bis heute kritisch diskutiert – auch unter den jungen Anarchisten, die sich jedes Jahr im russischen Heimatdorf des Revolutionärs mit seinen Schriften auseinandersetzen. (Produktion: 2008)

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[ Podcast ] 18 Januar, 2010 14:51

Wie und wo bekommen wir unser Essen her? Wie sehr denken wir darüber nach, was wir essen?
Eine Alternative zum alltäglichen Einkauf im Supermarkt ist das Food-coop-Konzept, das eine gesellschaftliche sowie politische Dimension hat.
Der Beitrag stellt anhand der Vorratskammer im Leipziger Osten die Idee der food-coops vor.

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[ Podcast ] 18 Januar, 2010 14:48

Aus dem Inneren eines Überwachungsstaates

Von Holger Siemann

Ein junger Mann erfährt durch eine Panne bei seinem Mobilfunkbetreiber, dass er von Verfassungsschutz und BKA abgehört wird. In einer Zeitung, der Polizisten die Abhörprotokolle verkauft haben, liest er ein Gespräch seiner Freundin im Wortlaut. Die Schlagzeile, seine Verhaftung als angeblicher Gründer der terroristischen Vereinigung "Militante Gruppe" stehe unmittelbar bevor, lässt ihn wochenlang bei jedem Geräusch hochschrecken.

Nach sieben Jahren vergeblicher Bemühung um Aufklärung, nach Hausdurchsuchung und schließlich doch noch erfolgter Verhaftung zieht das Bundesverfassungsgericht eine Grenze. Der "Terrorist" erhält Akteneinsicht, das Verfahren wird eingestellt. Obwohl die Geheimdienste sich der Aufklärung verweigern, lässt sich die paranoide Geisteshaltung der Ermittler anhand ihrer eigenen Aufzeichnungen nachvollziehen. Ist das ein seltener Glücksfall? Oder ist es ein Unglücksfall - weil alles andere als selten? In Deutschland wird 30-mal mehr abgehört als in den USA.

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[ Podcast ] 10 Januar, 2010 12:35

"Unser Land braucht Arbeit, dafür brauchen wir Wachstum", erklärte Angela Merkel gebetsmühlenhaft in ihrem Wahlkampf. Sie stand damit nicht alleine: "Wachstumskräfte mobilisieren" gehört seit jeher zum Wortbaukasten deutscher Politik. Frankreichs Präsident Sarkozy hat dagegen bereits gefordert, sich vom Bruttoinlandsprodukt als Erfolgsmaßstab zu verabschieden. Auch in den Wirtschaftswissenschaften werden die Schwächen dieses Gradmessers deutlich: Wirtschaftswachstum führt eben auch zu steigendem Ressourcenverbrauch und Klimaerwärmung. Umgekehrt werden Kindererziehung oder ehrenamtliche Tätigkeiten überhaupt nicht als volkswirtschaftliche Leistung verbucht. Der Heidelberger Umweltökonom Hans Diefenbacher hat deshalb für die alte Bundesregierung ein Konzept für einen nationalen Wohlfahrtsindex entwickelt, das Glück und Wohlstand einer Nation besser erfassen soll. Erstaunliches Ergebnis: Nach diesen Zahlen geht es in Deutschland seit zehn Jahren kontinuierlich bergab. Prof. Hans Diefenbacher lehrt Volkswirtschaft an der Universität Heidelberg und leitet den Bereich Frieden und Nachhaltige Entwicklung an der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft.

Prof. Hans Diefenbacher ist Beauftragter für Umweltfragen bei der Evangelischen Kirche Deutschland. Er studierte Volkswirtschaft in Freiburg und Heidelberg, provierte 1983 und habilitierte sich im Jahr 2000 zum Thema "Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit". Hans Diefenbacher ist Mitglied bei mehreren Vereinigungen, so u. a. bei der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler, der Society for International Development, der International Association of Energy Economists und bei der Internationalen Martin-Buber-Gesellschaft.

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[ Podcast ] 09 Januar, 2010 12:44

Sonne, Wind und Wasser hat die Türkei in Hülle und Fülle, ihren Energiebedarf deckt sie bisher aber vorwiegend aus Kohle, Öl und Erdgas. Um mit der steigenden Nachfrage nach Strom mitzukommen, will die Regierung nun in die Atomenergie einsteigen. Die Bevölkerung ist von dieser Aussicht weniger begeistert. Aber auch Wasser ist ein Stoff, aus dem Konflikte entstehen. 22 Staudämme hat der Staat errichtet, und es sollen noch mehr werden: Um die Wasserversorgung, vor allem für die Landwirtschaft, zu sichern und Strom zu gewinnen. Das führt nicht nur, wie im Fall des Atatürk Staudamms, zu Konflikten mit den Nachbarstaaten, die klagen, dass Ihnen zu wenig Wasser übrig bleibe. Der Ilisu Staudamm wird einen gewaltigen See aufstauen. Unermessliche Kulturschätze sollen dafür im Wasser versinken, darunter die Stadt Hasankeyf, eine der ältesten Siedlungen der Menschheitsgeschichte. Mehr als 50.000 Menschen müssen ihr Heim verlassen und umgesiedelt werden.

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[ Podcast ] 08 Januar, 2010 13:44

SR 2 Fragen an den Autor:

Christian Felber, "Kooperation statt Konkurrenz. 10 Schritte aus der Krise". Kann es "demokratische Banken" geben und "gemeinwohlorientietre Betriebe"? Gibt es ein Wirtschaftssystem jenseits von Wettbewerb und maximalem Profit? Träumerei oder Alternative?

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[ Medien/Gesellschaftskritik , Podcast ] 02 Januar, 2010 15:10

Wir sperren sie weg, weil sie uns verunsichern und Angst machen: die Schizophrenen, die Paranoiden oder die Manisch-Depressiven. Und wir stempeln diese Menschen als unnormal ab, obwohl wir intuitiv wissen, dass es nur eine schmale Grenze zwischen den Normalen und den angeblich Verrückten gibt. Deshalb stellt sich ja auch immer wieder die Frage: Wer ist in unserer Gesellschaft eigentlich verrückt, und besteht unser Problem nicht in der selbstverordneten Normalität? Manfred Lütz, Psychiater, Psychotherapeut, Theologe und Bestsellerautor, wirft einen ungewohnten, teilweise sogar humoristisch-ironischen Blick auf das Thema und zeigt, dass wir die Falschen behandeln.

* Zum Autor:
Manfred Lütz, geboren 1954, Studium der Humanmedizin, katholischen Theologie und Philosophie, 1979 Approbation als Arzt, danach Diplom in katholischen Theologie; 1989 Facharzt für Nervenheilkunde, 1991 Facharzt für Psychiatrie; seit 1997 Chefarzt des Alexianer-Krankenhauses in Köln.

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[ Medien/Gesellschaftskritik , Podcast ] 02 Januar, 2010 14:58

annalist hat einen interessanten Vortrag von/mit Frank A. Schneider ausgegraben, der von seinem Weg als einem jungen linken, selbsterklärtermaßen sexistischen, Indie-Musikjournalisten zum überzeugten Vertreter der feministischen Sprache erzählt:

“Formulierungen wie ‘man/frau’ und das Binnen-I lehnen wir aus stilistischen und Ästhetischen Gründen ab”. Wer in linken deutschen Medien in einer nicht-ausschließlich männlichen Form schreiben möchte, kennt diesen Satz, der scheinbar keiner weiteren Erklärung bedarf. Welche stilistischen und Ästhetischen Essentials ihm eigentlichen zugrunde liegen, wird in der Regel nicht gesagt. Frank Apunkt Schneider versteht sich als Feminist und publiziert regelmäßig in Deutschland und Österreich. Er berichtet aus seinen eigenen diesbezüglichen Erfahrungen, und stellt Vermutungen an, warum deutsche Medien mit geschlechtsneutralen Formen ein Problem haben, Österreichische hingegen nicht. 

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[ Podcast ] 19 Dezember, 2009 00:02

Für manche Kritiker sind die Romane des vor 40 Jahren verstorbenen, deutschsprachigen Autors B. Traven nichts als linker, anarchistischer und vulgärer Kitsch. Andere Leser wiederum sehen in ihnen eine tiefgründige Sozialkritik. Für sie ist B. Traven ein politischer Schriftsteller, der in seinen Werken - so etwa in "Die Weiße Rose" oder im "Totenschiff" - die negativen Seiten eines verantwortungslosen Kapitalismus aufzeigt, aber auch gesellschaftliche Missstände und Menschenrechtsverletzungen energisch anprangert. Seine Bücher schienen den Nerv der Zeit getroffen zu haben, sie erreichten Millionenauflagen, wurden zu wahren Best- und Longsellern. Und auch heute, in Zeiten der Wirtschaftskrise und der Migrationsproblematik, stellt sich erneut die Frage nach der Aktualität seiner Texte.

Von Rolf Cantzen

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[ Podcast ] 04 Dezember, 2009 15:09

"Hast Du schon gehört? Das ist das Ende vom Kapitalismus!" (Peter Licht) - intelligente Songtexte interpretieren bereits die Forderungen, die noch eindeutiger von erregten Kritikern zu hören sind: "Zeit für eine andere Gesellschaft!", "Kapitalismus abwracken!", "Eat the Bankers!". Man will die Welt nicht länger nur interpretiert sehen, sondern sie verändern: Ob der globalen Finanzkrise wird einmal mehr die "Systemfrage" gestellt.

Der untote Marx steht wieder auf, die "Kritische Theorie" wird reanimiert, selbst die Neoliberalen betreiben das Geschäft der Anpassung an die neuen Verhältnisse. Das Denken ändert scheinbar die Richtung: Mit der neuen Kapitalismuskritik ist viel Neues, viel Bedenkenswertes unterwegs. Detlef Berentzen hat sich auf den Weg zu Konservativen, Bedenkenträgern, Kritikern und Radikalen gemacht und die tatsächlichen Chancen für einen "Dritten Weg" erkundet.

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[ Podcast ] 30 November, 2009 01:33

Gesine Schwan, ehemalige Präsidentin der Viadrina-Universität in Frankfurt/Oder, hielt vor einigen Tagen an der Universität in Tübingen einen Vortrag. Ursprünglich hieß das Thema: "Demokratie und nachhaltige Politik". Doch gleich nebenan protestierten die Studenten gegen den Bolognaprozess und die Studiengebühren. Daraufhin veränderte Schwan spontan das Thema: Ihr Vortrag verwandelte sich in eine scharfe Kritik an der Ökonomisierung der Bildung, die für Schwan auch etwas mit der Finanzkrise zu tun hat.

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[ Podcast ] 16 November, 2009 19:18

Der Sozialforscher Dieter Rucht wendet sich gegen eine Dramatisierung und Überschätzung der linken Gewalt in Berlin. Von den jährlich rund 44.000 Körperverletzungsdelikten seien etwa 170 dem linksradikalen Spektrum zuzuordnen, sagte Rucht anlässlich einer vom Berliner Verfassungsschutz vorgelegten Studie.

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[ Podcast ] 16 November, 2009 14:12
Armut in Deutschland hat sich von einem Tabu- zu einem Topthema gewandelt, das in Talkshows, im Radio und in Zeitungen debattiert wird. Man spricht zwar jetzt viel mehr darüber, aber gleichzeitig nimmt man Armut nicht als Kardinalproblem wahr, das gilt vor allem für Politiker. Armut wird deshalb in der Bundesrepublik nicht konsequent bekämpft, sie wird stattdessen geleugnet, verharmlost oder ideologisch entsorgt. Professor Christoph Butterwegge, Armutsexperte von der Universität in Köln, zeigt, wie unsere Gesellschaft mit Armut umgeht.

Christoph Butterwegge ist Professor für Politikwissenschaft an der Universität Köln und Mitglied der Forschungsstelle für interkulturelle Studien. In seinen zahlreichen Veröffentlichungen widmet sich Butterwegge den Themen Friedenspolitik, Rechtsextremismus, demografischer Wandel und Armut. Besonders Kinderarmut ist ein Schwerpunktthema Christoph Butterwegges.
Von Christoph Butterwegge

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[ Umwelt/Ökologie , Podcast ] 12 November, 2009 09:53

Von der einstigen Pilotanlage zur Wiederaufbereitung von Brennelementen aus deutschen Kernkraftwerken sind außer verstrahlten Gebäuden noch 60.000 Liter "Atomsuppe" übrig. Das flüssige Gift aus 20 Jahren Versuchsbetrieb lagert wenige Kilometer von der Karlsruher Innenstadt entfernt, auf dem Gelände des Forschungszentrums. 12 Kilogramm Plutonium, etwa 600 Kilogramm Uran und jede Menge Spaltprodukte wie Cäsium- oder Strontium-Isotope befinden sich dort in riesigen Edelstahltanks. Die selbst erhitzende Mischung muss ständig gerührt und gekühlt werden.

Seit die Pilotanlage zur Wiederaufbereitung 1991 gestoppt wurde, war klar, dass die gefährlich strahlende Restbrühe an einen sicheren Platz gebracht werden muss. So wurde eine eigens auf die Atomsuppe zugeschnittene Verglasungsanlage in Karlsruhe gebaut. Seit ungefähr zwei Jahren steht sie bereit, doch immer neue Sicherheitslücken bei der Verarbeitung wurden aufgespürt. Das hat die Anlage enorm verteuert. Heute belaufen sich die Kosten auf rund 2,6 Milliarden Euro für die Verglasung der Atomsuppe und den Rückbau der verstrahlten Anlagen.

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[ Podcast ] 05 November, 2009 10:59

Wirtschaftspolitische Diskussionen werden bei uns oft in Extreme geführt: Da steht auf der einen Seite ein völlig freier Markt, auf der anderen Seite eine sozialistische Planwirtschaft.

Führen vielleicht beide Extreme zu Unfreiheit? Können völlige Deregulierung und Privatisierung ebenso zu Unterdrückung führen wie eine Kommandowirtschaft?

Ist Gewinn gut, aber das Streben nach maximalem Gewinn, der immer noch gesteigert werden muss, eine Zwangsjacke für alle Beteiligten? Zeigen Sprüche wie "Es gibt keine Alternative!" oder "Wir haben keine Wahl!", dass demokratische Freiheiten bedroht sind?

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[ Podcast ] 02 November, 2009 23:59

Zitieren, kopieren und collagieren - die Sprache des 21. Jahrhunderts ist digital. Texte, Musik, Bewegtbilder lassen sich in Sekundenbruchteilen körperlos rund um den Erdball schicken. Die binäre Information ist so flüchtig geworden wie der Gedanke selbst. Ort und Zeit spielen im virtuellen Gedanken- und Ideenaustausch keine Rolle. Ganz gleich, ob Kunst, Kultur oder Wissenschaft - im virtuellen globalen Netzwerk des Internet wird gemeinsam an einer neuen Kultur gebaut, mit neuen Regeln und Werten.

Die Wissenschaft bietet mit "Open Access" einen offenen Zugang zu ihrer Forschung. Und der Lizenzbaukasten "Creative Commons" soll bisherige rechtliche nationale Schranken überbrücken und den Ideenaustausch im Netz rechtlich absichern und fördern. Denn die Vision einer freien digitalen Kultur rüttelt am Wertesystem, das sich auf den Buchdruck gründet und aus geistigen Werken besteht, die oft nur Einzelne besitzen. Sie verweist auf eine überlieferte Metapher: Die jeweils lebende Generation steht auf den "Schultern von Riesen". Das heißt, alle Menschen schöpfen unentwegt aus dem kulturellen Erbe und arbeiten mit ihren Ideen und Werken daran weiter.

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[ Podcast ] 01 November, 2009 14:01
"Zukunft jetzt!" heißt die neue neunteilige Vortragsreihe von SWR 2 Aula. Namhafte Experten aus den Bereichen Philosophie, Psychologie und den Erziehungswissenschaften entwerfen hier konkrete gesellschaftliche, bildungspolitische Alternativen.

Die Zukunft der schulischen Erziehung


Eine gute Schule erkennt man daran, dass sich Schüler und Lehrer dort wohl fühlen, dass es nicht nur um das Lernen für den Kopf, sondern um das Lernen mit allen Sinnen geht, dass dort nicht stur gepaukt und belehrt, sondern mit Freude etwas für das Leben gelernt wird, dass dort Musik ebenso wichtig ist wie die binomischen Formeln. Das alles weiß man, dennoch gibt es bis heute nur sehr wenige Schulen, die das beherzigen. Dabei gäbe es für das deutsche Bildungssystem eine echte Chance, aus dem PISA-Tal herauszukommen, und die liegt in einer richtig verstandenen Ganztagsschule. Bernhard Bueb, ehemaliger Leiter der Eliteschule Schloss Salem, zeigt, warum in dieser Schulform die Zukunft liegt
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Transparent und basisdemokratisch - Die Zukunft des Unternehmens

Unzufriedenheit, mangelndes Engagement, Angst, Ziellosigkeit, Verlust des Realitätssinns, Selbstüberschätzung, Mangel an ethischer Orientierung - das scheinen die bestimmenden Handlungs- und Reaktionsmuster vieler unserer Manager zu sein. Gerade in Zeiten größer werdender Komplexität, in der auch die Gefahr plötzlicher Krisen vorhanden ist, brauchen wir ganz andere Muster, die auf Kreativität, Flexibilität, Krisenbewältigung und Transparenz hinauslaufen. Die Wirtschaftswissenschaftler und Managementberater Hans A. Wüthrich, Stefan Kaduk und Dirk Osmetz von der Universität der Bundeswehr München erläutern diese Alternativen.
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Der virtuelle Arbeitsplatz - Das Büro der Zukunft

Heute fährt man nicht mehr zur Arbeit und kommt dann müde nach Hause, sondern die Arbeit kommt nach Hause und fährt dann erledigt zur Firma zurück. Dank der neuen digitalen Medien hat sich die Arbeit im 21. Jahrhundert vom Arbeitsplatz befreit, was sich am zeitgemäßen Büro zeigt: Der Teleworker von heute sagt nämlich: Mein Büro ist, wo mein Internetanschluss ist. Professor Norbert Bolz, Medien- und Kommunikationswissenschaftler an der TU Berlin, erläutert die sozialen Veränderungen im digitalen
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Weniger Auslese, mehr Chancengleichheit - Die Zukunft des dreigliedrigen Schulsystems

Deutschland steht in Europa mit diesem spezifischen System allein auf weiter Flur, in den meisten anderen Ländern werden die Kinder viel länger gemeinsam unterrichtet, und die soziale Selektion spielt eine weitaus geringere Rolle als bei uns. In Deutschland heißt es nach vier Schuljahren: Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen, die Kinder werden nach fragwürdigen Kriterien viel zu früh bewertet und dann auf Schultypen verteilt, wobei diejenigen, die auf die Hauptschule müssen, die Verlierer des Systems sind. Ulrich Herrmann, emeritierter Professor für Pädagogik, zeigt, warum dieses System nicht mehr zukunftsfähig ist.
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Vom Staatsbürger zum Bürgerstaat - Die Gesellschaft der Zukunft


Sind wir eigentlich nur Untertanen, die vom Staat kontrolliert werden, die brav ihre Steuern zahlen müssen, obwohl sie gar nicht genau wissen, was mit dem Geld passiert? Oder sind wir mündige aufgeklärte Bürger, die vom Staat auch als solche wahrgenommen und respektiert werden? Für den Unternehmensberater und Bestsellerautor Reinhard K. Sprenger steht die Antwort fest: Der moderne Staat ist nicht mehr für den Bürger da, sondern umgekehrt: der Bürger für den Staat. Und genau das muss sich in Zukunft ändern. Wie der neue Bürgerstaat aussehen könnte, skizziert Sprenger in seinem Vortrag.
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Gleiche Bildungschancen für alle - Die Zukunft der vorschulischen Erziehung

In Deutschland gibt es für die Erziehung der Kinder zwischen drei und sechs Jahren ganz unterschiedliche Bildungspläne mit unterschiedlichen Lernzielen und Lerninhalten. Dieses föderale Chaos muss überwunden werden, ebenso wie die Tatsache, dass die meisten Bildungspläne für die Vorschule nicht den veränderten Bedingungen postmoderner Gesellschaften angepasst sind. Sie blenden die Bedürfnisse von Migrantenkindern aus, sind zu sehr auf nationalstaatliche Belange fokussiert, sie blenden ebenfalls Lernorte wie die Familie oder den Verein aus. Das meint der international renommierte Bildungsforscher Professor Wassilios Fthenakis. Er zeigt, wie die Vorschule der Zukunft aussieht.
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Arbeit 2.0 - Die Zukunft der Industriegesellschaft


Der relativ neue Begriff "New Economy" ist in der alten Welt angekommen. Doch was ist damit gemeint? Geht es um eine neue Wirtschaftsstruktur? Ja, denn dieser Begriff will deutlich machen, dass es in Wirtschaft und Gesellschaft verstärkt um immaterielle Werte geht, damit verlieren traditionelle Maßstäbe und ökonomische Regeln ihren Sinn. Es dominieren eben nicht mehr Rohstoffe, Kapital und Arbeit, sondern Kreativität, Ideen und Netzwerke. Ulrich Klotz, der sich beim Vorstand der IG-Metall lange mit der Digitalisierung beschäftigte, beschreibt die neue Arbeitswelt.
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Autonom und forschungsintensiv - Die Universität der Zukunft

Nach der Reform ist vor der Reform! Obgleich sich die Hochschulen in den letzten Jahren durch den Bolognaprozess stark verändert haben, gibt es noch viel zu tun. Die Uni muss sich einer "neuen" Klientel öffnen, den Immigranten, die mit einem guten Abitur studieren wollen. Es geht aber auch um eine neue Verantwortung gegenüber den Studenten: Man muss sie effizient unterstützen beim Studium, damit die Zahl der Abbrecher endlich sinkt. Und noch ein Punkt ist wichtig: Der Output an Forschung muss an vielen Unis steigen, denn das ist neben der Lehre ihr Kerngeschäft. Das meint Professor Detlef Müller-Böling, Sozialwissenschaftler, langjähriger Leiter des Zentrums für Hochschulentwicklung. In der SWR2 Aula skizziert er die Hochschule der Zukunft.
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Erfolgsprämie garantiert - Die Zukunftsfähigkeit der Demokratie

Man mag an der parlamentarischen Demokratie viel kritisieren, etwa die Tatsache, dass die Politiker nur in Vier-Jahres-Zyklen denken oder dass jede Lösung eines Problems immer nur aus einem etwas schalen Kompromiss bestehen kann. Auf der anderen Seite überwiegen die Vorteile, Demokratien verfügen über wichtige Ressourcen: eine engagierte Bürgerschaft, ein hohes Bildungsniveau, eine Ordnung, die ein flexibles Reagieren auf wichtige Herausforderungen möglich macht. Otfried Höffe, Professor für Philosophie an der Universität Tübingen, zeigt, wie zukunftsfähig die parlamentarische Demokratie ist.
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[ Podcast ] 29 Oktober, 2009 11:01

Horst Stowasser, wohl einer der bekanntesten Anarchisten Deutschlands, hielt kurz vor seinem unerwarteten Tod eine Vortrag in Mainz

Die Krise das ist nicht das, was wir derzeit in der Finanzwelt erleben. Die Krise ist in Wirklichkeit permanent vorhanden. Wieso muss unsere Wirtschaft jedes Jahr wachsen? Weshalb vergeuden wir zwei Drittel unserer Arbeit und unserer Ressourcen in unnützen Leistungen? Warum müssen immer mehr Menschen bis zum Umfallen arbeiten, während andere nicht arbeiten dürfen? Der praktizierende Anarchist Horst Stowasser zeigte in seinem Vortrag konstruktive Perspektiven auf und erläuterte wie realistisch andere Arbeits-, Wirtschafts- und Wertemodelle sind. 

Quelle: Teil 1 Teil 2

Mp3 Teil 1 Teil 2

 

[ Podcast ] 21 Oktober, 2009 10:25

Ein neues Medikament zu entwickeln kostet nicht nur Zeit und Geld. Bevor es auf den Markt kommt, muss es getestet werden, und zwar an Menschen. Während es Pharmakonzernen immer schwerer fällt, in westlichen Ländern freiwillige Testpersonen dafür zu finden, blüht der Markt in Russland, Brasilien, Indien und Afrika. Hier schauen Behörden oft nicht genau hin, Ärzten in weißen Kitteln wird blind vertraut, und mancher Patient ist froh, überhaupt ein Medikament zu bekommen. Eine ganze Industrie hat sich darauf spezialisiert, in aller Welt klinische Versuche durchzuführen. Doch während Pharmakonzerne satte Gewinne einfahren, bleiben die teuren, neu entwickelten Medikamente für ehemalige Testpersonen meist unerreichbar. Ein Blick hinter die Kulissen der pharmazeutischen Industrie im südlichen Afrika.

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