Podcast Übersicht Februar von docque
Nach einer Pause aufgrund technischer Probleme, die erst einmal gelöst werden wollten, geht heute endlich wieder eine neue Folge unseres Podcasts online. “Feministische Netzkultur – Spielwiese oder Kriegsgebiet? Interdisziplinäre Betrachtung einer Netzlandschaft” lautete der Titel von Svenja Schröders Vortrag im November 2009, der Einblicke in die deutschsprachige (queer-)feministische Blogosphäre und Vernetzungen auf Seiten wie facebook oder twitter gibt. Svenja Schröder (M. Sc.) ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für kollaborative lehr- und lernunterstützende Systeme an der Uni Duisburg Essen. Sie forscht zu Kollaboration im Web 2.0 (v.a. twitter) und ist in der Hacker- und queer-feministischen Szene unterwegs.
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SWR2: Ärzte made in Kuba
Das Gesundheitssystem Kubas ist eines der Aushängeschilder der Revolution von 1959. Die auf der Insel praktizierte Medizin genießt bis heute international einen guten Ruf. Ein Beweis ist die niedrige Kindersterblichkeit, die es mit den höchst entwickelten Staaten aufnehmen kann. Kubanische Ärzte halfen 1998 in Honduras, als der Hurrikan „Mitch“ das Land verwüstete und Tausende Menschen medizinische Versorgung benötigten. Gleichzeitig hatte der damalige kubanische Präsident Fidel Castro eine Idee: Statt Ärzte ins Ausland zu schicken, sollten künftig junge Menschen in Havanna Medizin studieren, um später in ihren zumeist armen Heimatländern zu praktizieren. An der „Lateinamerikanischen Schule für Medizin“ erhalten heute alljährlich über 2000 angehende Ärzte ihr Diplom; die Kosten des Studiums trägt die kubanische Regierung. Die Studierenden kommen aus fast allen Ländern Lateinamerikas und der Karibik, aber auch aus Afrika - und sogar aus den USA. Von Karl-Ludolf Hübener
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Die Geschichte der Globalisierungskritik und ihrer Protestformen
Sambagruppen, Straßentheater-Aktivisten, in pink und silber gekleidete Feen und Cheerleader und Clownsarmeen: Die Proteste der Globalisierungskritiker sehen oft eher nach Stadtfest aus als nach Demo. Lustig, spielerisch, kreativ will man gegen die Mächtigen der Welt protestieren. Aber auch Straßenschlachten und Auseinandersetzungen mit der Polizei prägen bis heute unser Bild von der globalisierungskritischen Bewegung. Anfang der 2000er Jahre erfreute sich vor allem Attac, das Netzwerk aus Organisationen und Einzelmitgliedern, wachsender Mitgliederzahlen. Doch der anfangs innovative Ansatz, eine Plattform für andere Organisationen zu sein, scheint bereits nach 10 Jahren überholt: Während sich attac im Moment schwer tut, von der aktuellen Wirtschaftskrise zu profitieren, sind kleine Organisationen sehr erfolgreich, die ihren Protest vor allem durch das Internet organisieren. Dort können Leute mit minimalem Zeiteinsatz und ohne sich mit einer großen Organsation herumschlagen zu müssen, punktuell aktiv werden. Während attac noch “Mitglieder” hat, brauchen Initiativen wie campact.de nur noch Aktivisten.
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Talx: Andreas Haderlein - Trend- und Zukunftsforscher
Andreas Haderlein ist Mitarbeiter am Zukunftsinstitut Kelkheim, das sich selbst als einer der einflussreichsten Think-Tanks der europäischen Trend- und Zukunftsforschung bezeichnent. Dort beschäftigt sich der Medien- und Kulturanthropologe mit der Zukunft von Gesellschaft, Unternehmen und Kultur. Als Leiter der Zukunftsakademie und der Onlineredaktion arbeitet er daran, den gesellschaftlichen und soziokulturellen Wandel begreifbar zu machen, zu moderieren und die Zukunft als Chance zu begreifen. Einer seiner Schwerpunkte dabei ist die Zukunft der Medien. Bei Talx wagen wir einen Blick zurück auf das vergangene Jahrzehnt und einen Blick in das gerade angebrochene neue Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts.
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BR2: Tiefenökologie – Wenn Philosophie praktisch wird
Als der norwegische Philosoph Arne Naess 1973 den Begriff der "deep ecology" prägte, hatte er folgende Grundidee vor Augen: er wollte in Abgrenzung zur "oberflächlichen Ökologie", die sich mit dem Anspruch auf eine saubere Umwelt befasst, das Recht auf eine tiefer gehende Befriedigung menschlicher Grundbedürfnisse formulieren. Dazu stellte Naess ein Gerüst aus acht Grundsätzen auf, die den Menschen als Teil des "Erdhaushaltes" auf seine natürliche Größe herunterstutzt. Jene ethischen Gebote gehen vom gleichen Wert aller Lebewesen aus, von der Notwendigkeit, die Vielfalt des Lebens zu respektieren, von der zu großen Anzahl und Machtfülle des Menschen, von der Notwendigkeit der gesellschaftlichen Neuorientierung und der Verpflichtung zu handeln. Erst wenn der Mensch sein Leben in Einklang mit dem Ganzen bringe, gelänge ihm die Überwindung seines gespaltenen Bewusstseins, so predigen die Anhänger der Tiefenökologie. Nicht das ständige Hochschrauben der Lebensstandards, sondern der Zuwachs an Lebensqualität gebe die Befriedigung, am ganzheitlichen Entwurf für ein besseres und friedlicheres Zusammenleben teilzuhaben. Sein Höhepunkt ist erreicht, wenn jeder einzelne die gleiche Achtsamkeit den eigenen Belangen wie denen der Natur zufließen lässt und zu einer neuen Wahrnehmung der Welt gelangt.
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Zeit des Zorns. Kapitalismus, Arbeit und Krise
Auf Einladung der Redical [M] stellte Jutta Ditfurth im Januar 2010 einige der Kernthesen ihres neuen Buches »Zeit des Zorns – Streitschrift für eine gerechte Gesellschaft« (München 2009) in Göttingen vor. Ihr Vortrag ist eine Mischung aus gesellschafts- und ideologiekritischer Zusammenschau auf die aktuelle Weltwirtschaftskrise und Abschweifung.
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Tadzio Müller - Grüner Kapitalismus
Aus einer regulationstheoretischen Perspektive stellt Müller Überlegungen über die ökologischen Modernisierungsversuche des Kapitalismus, über Potentiale des Staates, im Namen von Umwelt- und Klimaschutz Kontrolle auszuüben und über die Möglichkeiten linker Intervention dagegen an.
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ARD: Protestbewegung in den USA "Nehmt den Großbanken das Geld weg!"
Während die mit Steuergeldern geretteten US-Finanzriesen ihren Top-Mitarbeitern Millionen-Boni zahlen, entsteht eine Gegenbewegung. Protestler rufen dazu auf, zu kleinen unabhängigen Banken zu wechseln. Ein Appell an die Zivilcourage und den Kampfgeist der Amerikaner Von Lena Bodewein, NDR-Hörfunkstudio New York
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SWR2: Unkonventionell oder mainstreamig - Was ist die wahre Elite?
Seit unsere Hochschullandschaft um die Elite-Leuchttürme bereichert worden ist, diskutiert die Öffentlichkeit über die Frage, was wir unter Elite verstehen wollen: eine Geldelite, eine effiziente Leistungselite, die das Bruttosozialprodukt steigert? Kennzeichen der eigentlichen Elite ist ihre Unkonventionalität: Man ist weder links noch rechts, weder modern noch konservativ, weder schüchtern noch karrieresüchtig, weder grüblerisch noch oberflächlich, nein, man ist alles zugleich. Das klingt nach Indifferenz; tatsächlich aber liegt hier das Geheimnis noch jeder Höchstleistung, die irgendwo, ob in Politik, Wirtschaft oder Kultur, erbracht worden ist. Konstantin Sakkas, Journalist und Philosoph, zeigt, welcher Elitebegriff aus seiner Sicht am sinnvollsten erscheint.
Konstantin Sakkas (*1982) studierte Rechtswissenschaften, Philosophie und Geschichte und schloss sein Studium an der Freien Universität Berlin 2009 mit dem Magister ab. Gegenwärtig promoviert er bei Professor Bernhard H.F. Taureck (TU Braunschweig) über Hannah Arendt. Er arbeitet seit mehreren Jahren als freier Autor für Presse und Rundfunk.
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SWR2: Strafvollzug als Profit-Center - Privatisierung in deutschen Gefängnissen
Mit der JVA Offenburg eröffnete im Juni 2009 das erste teilprivatisierte Gefängnis in Baden-Württemberg. Rund 40 Prozent aller Aufgaben werden in Offenburg von der Firma Kötter gemanagt, einem Unternehmen, das bisher vor allem in der Sicherheits- und Reinigungsbranche tätig ist. Das Justizministerium erhofft sich dadurch Einsparungen von 200.000 Euro im Jahr. Kritiker verweisen auf die JVA Hünfeld in Hessen, die 2005 als erstes teilprivatisiertes Gefängnis in Deutschland in Betrieb ging. Bei einem Vergleich hat sich ergeben, dass ein privat betriebener Haftplatz teurer ist als ein staatlicher. Welche Argumente haben Befürworter und Kritiker? Welche Folgen für den Strafvollzug haben solche Teilprivatisierungen? Von Christine Werner
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WDR5: Erlebte Geschichten - Esther Bejerano
Sie überlebte die Hölle / Esther Bejerano und das Mädchenorchester von Auschwitz / Eine Sendung von Albert Wiedenhöfer / Esther Bejerano ist jetzt 85 Jahre alt - und sie wird nicht müde, Musik zu machen und davon zu erzählen, dass sie Auschwitz überlebt hat. Im vergangenen Jahr beschritt sie musikalisches Neuland: Mit der Kölner Saxophon Mafia zusammen trat sie auf die Bühne, gemeinsam kreierten sie einen neuen Musikstil. 1924 in Saarlouis als Tochter eines Kantors geboren, wurde sie 1943 mit weiteren 1000 Juden in Viehwaggons zum Abtransport nach Auschwitz gesteckt. Im Lager schleppte sie Steine, meldete sich für das Mädchenorchester, spielte dort Akkordeon - und überlebte. Bei einem Todesmarsch 1945 konnte sie fliehen. Ab den 80er Jahren, als sie aus Israel nach Deutschland zurückgekehrt war, trat sie mit der Band "Coincidence" auf, die jiddische und antifaschistische Lieder spielt. / Redaktion: Mark vom Hofe © WDR 2010
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WDR5: Kapitalismus ohne Wachstum
Gibt es eine Wirtschaftsordnung ohne Zwang zum Mehr? Gäste: Roger de Weck, Ökonom und Publizist; Reinhard Loske, Grüner Umweltsenator Bremen; Moderation: Jürgen Wiebicke © WDR 2010
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War Flipper schwul? Homosexualität bei Tieren
Masturbierende Schimpansen, Gruppenorgien bei männlichen Delfinen? Bis vor kurzem taten sich Verhaltensbiologen schwer, Homosexualität im Tierreich anzuerkennen, mittlerweile ist klar, dass das Phänomen genauso stark verbreitet ist wie unter Menschen. Das betrifft nicht nur Flipper, sondern auch männliche Gorillas, die in Junggesellentrupps leben und bevorzugt mit Männern über Jahre hinweg verkehren. Volker Sommer, Professor für evolutionäre Anthropologie am University College London, schildert Phänomene und Ursachen der tierischen Homosexualität. Volker Sommer hat am University College London einen Lehrstuhl für Evolutionäre Anthropologie inne und gilt laut dem letzten Cicero-Ranking als einer der wichtigsten Naturwissenschaftler Deutschlands, die zur öffentlichen Meinungsbildung beitragen. Schwerpunkt seiner Forschungen ist die Verhaltensökologie von Primaten. Gleichgeschlechtliches Sexualverhalten thematisierte er zunächst in seinem Klassiker "Wider die Natur ? Homosexualität und Evolution" (München: C.H. Beck 1990) und zuletzt (als Herausgeber, mit Paul Vasey) in "Homosexual Behaviour in Animals. An Evolutionary Perspective" (Cambridge: Cambridge University Press, 2006).
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MDR: Demokratie 2.0
Die junge Generation, die mit Internet und Digitaltechnik aufgewachsen ist, sieht immer mehr ihren Lebensraum bedroht. Nun nutzt sie die Möglichkeiten der digitalen Welt, sich zu vernetzen und für Freiheit und Offenheit in diesem Lebensraum zu kämpfen.
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SWR2: Selber denken! Zur Entwicklung der "Philosophischen Cafés"
Das Leben provoziert Fragen. Immer schon. Man will die Welt erkennen, ihr denkend auf den Grund gehen. Gerade in der unübersichtlichen Postmoderne gibt es ein zunehmendes Bedürfnis nach Antworten. Der Erfolg der "Philosophischen Cafés" belegt das. Seit Marc Sautet Anfang der 90er-Jahre begann, die Philosophie neu und praktisch zu verorten, ist sie zu einem frei verfügbaren "Basis-Vitamin" gegen den alltäglichen Kältestrom geworden. Detlef Berentzen hat "Cafés" besucht, in denen Philosophie lebendig wird, erörtert aber auch das Wirken von Marc Sautet und aktuelle Entwicklungen der praktischen Philosophie. Von Detlef Berentzen
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SWR2: Ohne Staub kein Regen
Bei allen Versuchen, Vorhersagen über das Klima der Zukunft zu machen, haben die Forscher ein großes Problem: Staub. Sie wissen zu wenig über Schwebteilchen wie Sandstaub, Vulkanasche, Pilzsporen, Salzkristalle oder sogar von Bruchstücken von Tierhaaren in der Atmosphäre. Diese winzigen Partikel lassen die Tröpfchen der Wolken entstehen, so viel ist klar. Aber dann wird es konfus: Manchmal gibt es Wolken, die viel Sonnenwärme ins Weltall zurückstrahlen. Oder Wolken, die die Wärme wie eine Bettdecke am Boden halten. Aus manchen regnet es schnell und heftig, andere lösen sich auf, bevor auch nur ein Tropfen fällt. Chemiker, Physiker und Klimatologen versuchen jetzt genau herauszufinden, welche Rolle welche Art von Staub dabei spielt. Von Rainer B. Langen
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Die Liebe der Europäer zur Hähnchenbrust - Die Folgen für Afrika von docootio
Bis vor zehn Jahren war die Welt der Geflügelbauern in Ghana noch in Ordnung. Die versorgten ihre Kundschaft mit Frischhuhn, das sie selber züchteten und auf die Märkte des Landes brachten. Doch dann überschwemmten tiefgefrorene Hähnchenteile aus Europa zu Dumpingpreisen das Land.Dagegen konnte die heimische Geflügelwirtschaft nicht konkurrieren und eine gesamte Branche brach zusammen. Wie viele Arbeitsplätze verloren gingen, ist schwer zu schätzen, sicher ist allerdings: Nicht nur die meisten Bauern mussten ihre Höfe schießen. Auch der Umsatz von Brütereien, Futtermühlen, Schlachthäusern und Transportunternehmen brach zusammen.
Von Bettina Rühl
"Wir sind Feinde jeglicher Macht" - Der russische Anarchist Michail Bakunin von docque
Food-coops - eine Alternative zum "toten Essen"? von docque
Wie und wo bekommen wir unser Essen her? Wie sehr denken wir darüber nach, was wir essen?
Eine Alternative zum alltäglichen Einkauf im Supermarkt ist das
Food-coop-Konzept, das eine gesellschaftliche sowie politische
Dimension hat.
Der Beitrag stellt anhand der Vorratskammer im Leipziger Osten die Idee der food-coops vor.
Kafka, Kanzler und da knackt nichts von docque
Aus dem Inneren eines Überwachungsstaates
Von Holger Siemann
Ein
junger Mann erfährt durch eine Panne bei seinem Mobilfunkbetreiber,
dass er von Verfassungsschutz und BKA abgehört wird. In einer Zeitung,
der Polizisten die Abhörprotokolle verkauft haben, liest er ein
Gespräch seiner Freundin im Wortlaut. Die Schlagzeile, seine Verhaftung
als angeblicher Gründer der terroristischen Vereinigung "Militante
Gruppe" stehe unmittelbar bevor, lässt ihn wochenlang bei jedem
Geräusch hochschrecken.
Nach sieben Jahren vergeblicher Bemühung um Aufklärung, nach
Hausdurchsuchung und schließlich doch noch erfolgter Verhaftung zieht
das Bundesverfassungsgericht eine Grenze. Der "Terrorist" erhält
Akteneinsicht, das Verfahren wird eingestellt. Obwohl die Geheimdienste
sich der Aufklärung verweigern, lässt sich die paranoide Geisteshaltung
der Ermittler anhand ihrer eigenen Aufzeichnungen nachvollziehen. Ist
das ein seltener Glücksfall? Oder ist es ein Unglücksfall - weil alles
andere als selten? In Deutschland wird 30-mal mehr abgehört als in den
USA.
Wachstum macht noch keinen Wohlstand von docque
"Unser Land braucht Arbeit, dafür brauchen wir Wachstum", erklärte Angela Merkel gebetsmühlenhaft in ihrem Wahlkampf. Sie stand damit nicht alleine: "Wachstumskräfte mobilisieren" gehört seit jeher zum Wortbaukasten deutscher Politik. Frankreichs Präsident Sarkozy hat dagegen bereits gefordert, sich vom Bruttoinlandsprodukt als Erfolgsmaßstab zu verabschieden. Auch in den Wirtschaftswissenschaften werden die Schwächen dieses Gradmessers deutlich: Wirtschaftswachstum führt eben auch zu steigendem Ressourcenverbrauch und Klimaerwärmung. Umgekehrt werden Kindererziehung oder ehrenamtliche Tätigkeiten überhaupt nicht als volkswirtschaftliche Leistung verbucht. Der Heidelberger Umweltökonom Hans Diefenbacher hat deshalb für die alte Bundesregierung ein Konzept für einen nationalen Wohlfahrtsindex entwickelt, das Glück und Wohlstand einer Nation besser erfassen soll. Erstaunliches Ergebnis: Nach diesen Zahlen geht es in Deutschland seit zehn Jahren kontinuierlich bergab. Prof. Hans Diefenbacher lehrt Volkswirtschaft an der Universität Heidelberg und leitet den Bereich Frieden und Nachhaltige Entwicklung an der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft.
Prof. Hans Diefenbacher ist Beauftragter für Umweltfragen bei der Evangelischen Kirche Deutschland. Er studierte Volkswirtschaft in Freiburg und Heidelberg, provierte 1983 und habilitierte sich im Jahr 2000 zum Thema "Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit". Hans Diefenbacher ist Mitglied bei mehreren Vereinigungen, so u. a. bei der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler, der Society for International Development, der International Association of Energy Economists und bei der Internationalen Martin-Buber-Gesellschaft.
Ökologie auf Türkisch von docque
Sonne, Wind und Wasser hat die Türkei in Hülle und Fülle, ihren Energiebedarf deckt sie bisher aber vorwiegend aus Kohle, Öl und Erdgas. Um mit der steigenden Nachfrage nach Strom mitzukommen, will die Regierung nun in die Atomenergie einsteigen. Die Bevölkerung ist von dieser Aussicht weniger begeistert. Aber auch Wasser ist ein Stoff, aus dem Konflikte entstehen. 22 Staudämme hat der Staat errichtet, und es sollen noch mehr werden: Um die Wasserversorgung, vor allem für die Landwirtschaft, zu sichern und Strom zu gewinnen. Das führt nicht nur, wie im Fall des Atatürk Staudamms, zu Konflikten mit den Nachbarstaaten, die klagen, dass Ihnen zu wenig Wasser übrig bleibe. Der Ilisu Staudamm wird einen gewaltigen See aufstauen. Unermessliche Kulturschätze sollen dafür im Wasser versinken, darunter die Stadt Hasankeyf, eine der ältesten Siedlungen der Menschheitsgeschichte. Mehr als 50.000 Menschen müssen ihr Heim verlassen und umgesiedelt werden.
Kooperation statt Konkurrenz von docque
SR 2 Fragen an den Autor:
Christian Felber, "Kooperation statt Konkurrenz. 10 Schritte aus der Krise". Kann es "demokratische Banken" geben und "gemeinwohlorientietre Betriebe"? Gibt es ein Wirtschaftssystem jenseits von Wettbewerb und maximalem Profit? Träumerei oder Alternative?
Irre oder ganz normal? Über den Umgang mit psychisch Kranken von docque
Wir sperren sie weg, weil sie uns verunsichern und Angst machen: die Schizophrenen, die Paranoiden oder die Manisch-Depressiven. Und wir stempeln diese Menschen als unnormal ab, obwohl wir intuitiv wissen, dass es nur eine schmale Grenze zwischen den Normalen und den angeblich Verrückten gibt. Deshalb stellt sich ja auch immer wieder die Frage: Wer ist in unserer Gesellschaft eigentlich verrückt, und besteht unser Problem nicht in der selbstverordneten Normalität? Manfred Lütz, Psychiater, Psychotherapeut, Theologe und Bestsellerautor, wirft einen ungewohnten, teilweise sogar humoristisch-ironischen Blick auf das Thema und zeigt, dass wir die Falschen behandeln.
* Zum Autor:
Manfred Lütz, geboren 1954, Studium der Humanmedizin, katholischen Theologie und Philosophie, 1979 Approbation als Arzt, danach Diplom in katholischen Theologie; 1989 Facharzt für Nervenheilkunde, 1991 Facharzt für Psychiatrie; seit 1997 Chefarzt des Alexianer-Krankenhauses in Köln.
annalist hat einen interessanten Vortrag von/mit Frank A. Schneider ausgegraben, der von seinem Weg als einem jungen linken, selbsterklärtermaßen sexistischen, Indie-Musikjournalisten zum überzeugten Vertreter der feministischen Sprache erzählt:
“Formulierungen wie ‘man/frau’ und das Binnen-I lehnen wir aus stilistischen und Ästhetischen Gründen ab”. Wer in linken deutschen Medien in einer nicht-ausschließlich männlichen Form schreiben möchte, kennt diesen Satz, der scheinbar keiner weiteren Erklärung bedarf. Welche stilistischen und Ästhetischen Essentials ihm eigentlichen zugrunde liegen, wird in der Regel nicht gesagt. Frank Apunkt Schneider versteht sich als Feminist und publiziert regelmäßig in Deutschland und Österreich. Er berichtet aus seinen eigenen diesbezüglichen Erfahrungen, und stellt Vermutungen an, warum deutsche Medien mit geschlechtsneutralen Formen ein Problem haben, Österreichische hingegen nicht.
Der politische Schriftsteller B. Traven - Die Revolution findet im Roman statt von docque
Für manche Kritiker sind die Romane des vor 40 Jahren verstorbenen, deutschsprachigen Autors B. Traven nichts als linker, anarchistischer und vulgärer Kitsch. Andere Leser wiederum sehen in ihnen eine tiefgründige Sozialkritik. Für sie ist B. Traven ein politischer Schriftsteller, der in seinen Werken - so etwa in "Die Weiße Rose" oder im "Totenschiff" - die negativen Seiten eines verantwortungslosen Kapitalismus aufzeigt, aber auch gesellschaftliche Missstände und Menschenrechtsverletzungen energisch anprangert. Seine Bücher schienen den Nerv der Zeit getroffen zu haben, sie erreichten Millionenauflagen, wurden zu wahren Best- und Longsellern. Und auch heute, in Zeiten der Wirtschaftskrise und der Migrationsproblematik, stellt sich erneut die Frage nach der Aktualität seiner Texte.
Von Rolf Cantzen
3. Weg - Kapitalismus abwracken von docque
"Hast Du schon gehört? Das ist das Ende vom Kapitalismus!" (Peter Licht) - intelligente Songtexte interpretieren bereits die Forderungen, die noch eindeutiger von erregten Kritikern zu hören sind: "Zeit für eine andere Gesellschaft!", "Kapitalismus abwracken!", "Eat the Bankers!". Man will die Welt nicht länger nur interpretiert sehen, sondern sie verändern: Ob der globalen Finanzkrise wird einmal mehr die "Systemfrage" gestellt.
Der untote Marx steht wieder auf, die "Kritische Theorie" wird reanimiert, selbst die Neoliberalen betreiben das Geschäft der Anpassung an die neuen Verhältnisse. Das Denken ändert scheinbar die Richtung: Mit der neuen Kapitalismuskritik ist viel Neues, viel Bedenkenswertes unterwegs. Detlef Berentzen hat sich auf den Weg zu Konservativen, Bedenkenträgern, Kritikern und Radikalen gemacht und die tatsächlichen Chancen für einen "Dritten Weg" erkundet.
Die Ökonomie dominiert alles Warum die Studentenproteste gerechtfertigt sind von docque
Gesine Schwan, ehemalige Präsidentin der Viadrina-Universität in Frankfurt/Oder, hielt vor einigen Tagen an der Universität in Tübingen einen Vortrag. Ursprünglich hieß das Thema: "Demokratie und nachhaltige Politik". Doch gleich nebenan protestierten die Studenten gegen den Bolognaprozess und die Studiengebühren. Daraufhin veränderte Schwan spontan das Thema: Ihr Vortrag verwandelte sich in eine scharfe Kritik an der Ökonomisierung der Bildung, die für Schwan auch etwas mit der Finanzkrise zu tun hat.
Soziologe warnt vor Dramatisierung der linken Gewalt in Berlin von docque
Der Sozialforscher Dieter Rucht wendet sich gegen eine Dramatisierung und Überschätzung der linken Gewalt in Berlin. Von den jährlich rund 44.000 Körperverletzungsdelikten seien etwa 170 dem linksradikalen Spektrum zuzuordnen, sagte Rucht anlässlich einer vom Berliner Verfassungsschutz vorgelegten Studie.
Arm im reichen Land - Die Ursachen eines sozialen Problems von docque
Christoph Butterwegge ist Professor für Politikwissenschaft an der Universität Köln und Mitglied der Forschungsstelle für interkulturelle Studien. In seinen zahlreichen Veröffentlichungen widmet sich Butterwegge den Themen Friedenspolitik, Rechtsextremismus, demografischer Wandel und Armut. Besonders Kinderarmut ist ein Schwerpunktthema Christoph Butterwegges.
Von Christoph Butterwegge
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Atomsuppe im Glas - Das Ende der Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe von docque
Von der einstigen Pilotanlage zur Wiederaufbereitung von Brennelementen aus deutschen Kernkraftwerken sind außer verstrahlten Gebäuden noch 60.000 Liter "Atomsuppe" übrig. Das flüssige Gift aus 20 Jahren Versuchsbetrieb lagert wenige Kilometer von der Karlsruher Innenstadt entfernt, auf dem Gelände des Forschungszentrums. 12 Kilogramm Plutonium, etwa 600 Kilogramm Uran und jede Menge Spaltprodukte wie Cäsium- oder Strontium-Isotope befinden sich dort in riesigen Edelstahltanks. Die selbst erhitzende Mischung muss ständig gerührt und gekühlt werden.
Seit die Pilotanlage zur Wiederaufbereitung 1991 gestoppt wurde, war klar, dass die gefährlich strahlende Restbrühe an einen sicheren Platz gebracht werden muss. So wurde eine eigens auf die Atomsuppe zugeschnittene Verglasungsanlage in Karlsruhe gebaut. Seit ungefähr zwei Jahren steht sie bereit, doch immer neue Sicherheitslücken bei der Verarbeitung wurden aufgespürt. Das hat die Anlage enorm verteuert. Heute belaufen sich die Kosten auf rund 2,6 Milliarden Euro für die Verglasung der Atomsuppe und den Rückbau der verstrahlten Anlagen.
System Error - Warum der Freie Markt zur Unfreiheit führt von docque
Wirtschaftspolitische Diskussionen werden bei uns oft in Extreme geführt: Da steht auf der einen Seite ein völlig freier Markt, auf der anderen Seite eine sozialistische Planwirtschaft.
Führen vielleicht beide Extreme zu Unfreiheit? Können völlige Deregulierung und Privatisierung ebenso zu Unterdrückung führen wie eine Kommandowirtschaft?
Ist Gewinn gut, aber das Streben nach maximalem Gewinn, der immer noch gesteigert werden muss, eine Zwangsjacke für alle Beteiligten? Zeigen Sprüche wie "Es gibt keine Alternative!" oder "Wir haben keine Wahl!", dass demokratische Freiheiten bedroht sind?
Gemein-Freiheit - Vorboten einer freien digitalen Kultur von docque
Zitieren, kopieren und collagieren - die Sprache des 21. Jahrhunderts ist digital. Texte, Musik, Bewegtbilder lassen sich in Sekundenbruchteilen körperlos rund um den Erdball schicken. Die binäre Information ist so flüchtig geworden wie der Gedanke selbst. Ort und Zeit spielen im virtuellen Gedanken- und Ideenaustausch keine Rolle. Ganz gleich, ob Kunst, Kultur oder Wissenschaft - im virtuellen globalen Netzwerk des Internet wird gemeinsam an einer neuen Kultur gebaut, mit neuen Regeln und Werten.
Die Wissenschaft bietet mit "Open Access" einen offenen Zugang zu ihrer Forschung. Und der Lizenzbaukasten "Creative Commons" soll bisherige rechtliche nationale Schranken überbrücken und den Ideenaustausch im Netz rechtlich absichern und fördern. Denn die Vision einer freien digitalen Kultur rüttelt am Wertesystem, das sich auf den Buchdruck gründet und aus geistigen Werken besteht, die oft nur Einzelne besitzen. Sie verweist auf eine überlieferte Metapher: Die jeweils lebende Generation steht auf den "Schultern von Riesen". Das heißt, alle Menschen schöpfen unentwegt aus dem kulturellen Erbe und arbeiten mit ihren Ideen und Werken daran weiter.
Vortragsreihe: Zukunft jetzt! - Wie wir lernen, leben, arbeiten von docque
Die Zukunft der schulischen Erziehung
Eine gute Schule erkennt man daran, dass sich Schüler und Lehrer dort wohl fühlen, dass es nicht nur um das Lernen für den Kopf, sondern um das Lernen mit allen Sinnen geht, dass dort nicht stur gepaukt und belehrt, sondern mit Freude etwas für das Leben gelernt wird, dass dort Musik ebenso wichtig ist wie die binomischen Formeln. Das alles weiß man, dennoch gibt es bis heute nur sehr wenige Schulen, die das beherzigen. Dabei gäbe es für das deutsche Bildungssystem eine echte Chance, aus dem PISA-Tal herauszukommen, und die liegt in einer richtig verstandenen Ganztagsschule. Bernhard Bueb, ehemaliger Leiter der Eliteschule Schloss Salem, zeigt, warum in dieser Schulform die Zukunft liegt
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Transparent und basisdemokratisch - Die Zukunft des Unternehmens
Unzufriedenheit, mangelndes Engagement, Angst, Ziellosigkeit, Verlust des Realitätssinns, Selbstüberschätzung, Mangel an ethischer Orientierung - das scheinen die bestimmenden Handlungs- und Reaktionsmuster vieler unserer Manager zu sein. Gerade in Zeiten größer werdender Komplexität, in der auch die Gefahr plötzlicher Krisen vorhanden ist, brauchen wir ganz andere Muster, die auf Kreativität, Flexibilität, Krisenbewältigung und Transparenz hinauslaufen. Die Wirtschaftswissenschaftler und Managementberater Hans A. Wüthrich, Stefan Kaduk und Dirk Osmetz von der Universität der Bundeswehr München erläutern diese Alternativen.
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Der virtuelle Arbeitsplatz - Das Büro der Zukunft
Heute fährt man nicht mehr zur Arbeit und kommt dann müde nach Hause, sondern die Arbeit kommt nach Hause und fährt dann erledigt zur Firma zurück. Dank der neuen digitalen Medien hat sich die Arbeit im 21. Jahrhundert vom Arbeitsplatz befreit, was sich am zeitgemäßen Büro zeigt: Der Teleworker von heute sagt nämlich: Mein Büro ist, wo mein Internetanschluss ist. Professor Norbert Bolz, Medien- und Kommunikationswissenschaftler an der TU Berlin, erläutert die sozialen Veränderungen im digitalen
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Weniger Auslese, mehr Chancengleichheit - Die Zukunft des dreigliedrigen Schulsystems
Deutschland steht in Europa mit diesem spezifischen System allein auf weiter Flur, in den meisten anderen Ländern werden die Kinder viel länger gemeinsam unterrichtet, und die soziale Selektion spielt eine weitaus geringere Rolle als bei uns. In Deutschland heißt es nach vier Schuljahren: Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen, die Kinder werden nach fragwürdigen Kriterien viel zu früh bewertet und dann auf Schultypen verteilt, wobei diejenigen, die auf die Hauptschule müssen, die Verlierer des Systems sind. Ulrich Herrmann, emeritierter Professor für Pädagogik, zeigt, warum dieses System nicht mehr zukunftsfähig ist.
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Vom Staatsbürger zum Bürgerstaat - Die Gesellschaft der Zukunft
Sind wir eigentlich nur Untertanen, die vom Staat kontrolliert werden, die brav ihre Steuern zahlen müssen, obwohl sie gar nicht genau wissen, was mit dem Geld passiert? Oder sind wir mündige aufgeklärte Bürger, die vom Staat auch als solche wahrgenommen und respektiert werden? Für den Unternehmensberater und Bestsellerautor Reinhard K. Sprenger steht die Antwort fest: Der moderne Staat ist nicht mehr für den Bürger da, sondern umgekehrt: der Bürger für den Staat. Und genau das muss sich in Zukunft ändern. Wie der neue Bürgerstaat aussehen könnte, skizziert Sprenger in seinem Vortrag.
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Gleiche Bildungschancen für alle - Die Zukunft der vorschulischen Erziehung
In Deutschland gibt es für die Erziehung der Kinder zwischen drei und sechs Jahren ganz unterschiedliche Bildungspläne mit unterschiedlichen Lernzielen und Lerninhalten. Dieses föderale Chaos muss überwunden werden, ebenso wie die Tatsache, dass die meisten Bildungspläne für die Vorschule nicht den veränderten Bedingungen postmoderner Gesellschaften angepasst sind. Sie blenden die Bedürfnisse von Migrantenkindern aus, sind zu sehr auf nationalstaatliche Belange fokussiert, sie blenden ebenfalls Lernorte wie die Familie oder den Verein aus. Das meint der international renommierte Bildungsforscher Professor Wassilios Fthenakis. Er zeigt, wie die Vorschule der Zukunft aussieht.
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Arbeit 2.0 - Die Zukunft der Industriegesellschaft
Der relativ neue Begriff "New Economy" ist in der alten Welt angekommen. Doch was ist damit gemeint? Geht es um eine neue Wirtschaftsstruktur? Ja, denn dieser Begriff will deutlich machen, dass es in Wirtschaft und Gesellschaft verstärkt um immaterielle Werte geht, damit verlieren traditionelle Maßstäbe und ökonomische Regeln ihren Sinn. Es dominieren eben nicht mehr Rohstoffe, Kapital und Arbeit, sondern Kreativität, Ideen und Netzwerke. Ulrich Klotz, der sich beim Vorstand der IG-Metall lange mit der Digitalisierung beschäftigte, beschreibt die neue Arbeitswelt.
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Autonom und forschungsintensiv - Die Universität der Zukunft
Nach der Reform ist vor der Reform! Obgleich sich die Hochschulen in den letzten Jahren durch den Bolognaprozess stark verändert haben, gibt es noch viel zu tun. Die Uni muss sich einer "neuen" Klientel öffnen, den Immigranten, die mit einem guten Abitur studieren wollen. Es geht aber auch um eine neue Verantwortung gegenüber den Studenten: Man muss sie effizient unterstützen beim Studium, damit die Zahl der Abbrecher endlich sinkt. Und noch ein Punkt ist wichtig: Der Output an Forschung muss an vielen Unis steigen, denn das ist neben der Lehre ihr Kerngeschäft. Das meint Professor Detlef Müller-Böling, Sozialwissenschaftler, langjähriger Leiter des Zentrums für Hochschulentwicklung. In der SWR2 Aula skizziert er die Hochschule der Zukunft.
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Erfolgsprämie garantiert - Die Zukunftsfähigkeit der Demokratie
Man mag an der parlamentarischen Demokratie viel kritisieren, etwa die Tatsache, dass die Politiker nur in Vier-Jahres-Zyklen denken oder dass jede Lösung eines Problems immer nur aus einem etwas schalen Kompromiss bestehen kann. Auf der anderen Seite überwiegen die Vorteile, Demokratien verfügen über wichtige Ressourcen: eine engagierte Bürgerschaft, ein hohes Bildungsniveau, eine Ordnung, die ein flexibles Reagieren auf wichtige Herausforderungen möglich macht. Otfried Höffe, Professor für Philosophie an der Universität Tübingen, zeigt, wie zukunftsfähig die parlamentarische Demokratie ist.
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Vortrag von Horst Stowasser: Diagonose: Kapitalismus von docque
Horst Stowasser, wohl einer der bekanntesten Anarchisten Deutschlands, hielt kurz vor seinem unerwarteten Tod eine Vortrag in Mainz
Die Krise das ist nicht das, was wir derzeit in der Finanzwelt erleben. Die Krise ist in Wirklichkeit permanent vorhanden. Wieso muss unsere Wirtschaft jedes Jahr wachsen? Weshalb vergeuden wir zwei Drittel unserer Arbeit und unserer Ressourcen in unnützen Leistungen? Warum müssen immer mehr Menschen bis zum Umfallen arbeiten, während andere nicht arbeiten dürfen? Der praktizierende Anarchist Horst Stowasser zeigte in seinem Vortrag konstruktive Perspektiven auf und erläuterte wie realistisch andere Arbeits-, Wirtschafts- und Wertemodelle sind.






