Prof. Hans-Peter Dürr - "Warum es ums Ganze geht"Prof. Hans-Peter Dürr, "Warum es ums Ganze geht. Neues Denken für eine Welt im Umbruch". Geist und Materie, Physik und Transzendenz. Atombomben und Atomkraftwerke. Isolieren und ganzheitliches Denken. Homöopathie und Gentechnik.
Wie verändert das Internet unsere Welt?Kaum ein neues Medium wird so unterschiedlich bewertet wie das Internet. Die einen verbinden mit ihm den Untergang des Abendlandes, sie haben Furcht vor Kindern, die nicht mehr richtig lesen und schreiben können, vor einer Gesellschaft, die nur noch Diskurse im Cyberspace führt. Andere verbinden mit dem Internet lauter Revolutionen, sie träumen von neuen Kommunikations- und Arbeitsformen, die dieses Medium eingeführt hat. Michael Maier, Buchautor, Internet-Unternehmer und Journalist, erklärt, wie und warum sich unser Leben mit dem Internet verändert.
Das Geheimnis des Lesens - Wie wir lernen, Texte zu entschlüsselnWer Kindern das Lesen beibringt, steht vor einer paradoxen Aufgabe: Die Lehrkraft muss eine Kunst unterrichten, von der sie selbst nicht genau weiß, wie sie funktioniert. Doch allmählich enträtseln Forscher, wie es uns gelingt, aus Buchstaben Sinn zu machen. Auch die Didaktik macht Fortschritte. Neue Methoden helfen Schülern, die trotz jahrelangen Unterrichts selbst einfache Texte nicht verstehen. In sogenannten „Lautlese-Tandems“ arbeiten Schüler, die besser lesen können, mit schwächeren Kindern. Die sogenannten „Lese-Trainer“ üben mit den „Lese-Sportlern“, Texte laut und synchron zu lesen. Die Schwächeren werden dabei nachweislich besser – einige steigen sogar selbst zu Trainern auf. Auch fortgeschrittene Schüler können von den Erkenntnissen der Leseforschung profitieren, indem sie etwa mit dem Programm „Textdetektive“ Lesestrategien erlernen.
„Der Prophet schätzte starke Frauen“ - Islamische Feministinnen kämpfen für ReformenDer Koran ist nicht frauenfeindlich. Frauenfeindlich sind die Männer, die ihn im patriarchalen Sinn interpretieren." Diese Position galt in der muslimischen Welt noch vor wenigen Jahren als revolutionär. Heute wird sie etwa von der iranischen Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi vertreten, und weltweit fordern immer mehr Musliminnen Gleichberechtigung und Emanzipation mit Verweis auf den Koran. Der "Islamische Feminismus" ist im Begriff, sich zu einer ernst zu nehmenden islamischen Reformbewegung zu entwickeln– und ist zugleich von einer Vielfalt an Positionen und schwer zu überbrückenden Gegensätzen geprägt. Wie hat sich der "Islamische Feminismus" historisch entwickelt? Und welche Strömungen sind derzeit aktuell?
Unübersichtliches Netzwerk - Wie funktioniert unser Gehirn?Die Neurowissenschaften konnten in den letzten Jahren viele neue Erkenntnisse mit neuen bildgebenden Verfahren über Aufbau und Funktion unseres Gehirns sammeln. Deutlich wird, dass unser edelstes Organ wie ein Netzwerk aufgebaut ist, das kein Zentrum mit einem obersten Lenker besitzt. Es besteht vielmehr aus Neuronengruppen, die sich je nach Input und Aufgabe situativ zu Aktivierungsmustern zusammenschließen können. Der Hirnforscher Professor Michael Madeja, Geschäftsführer der gemeinnützigen Hertie-Stiftung für Neurowissenschaften, erläutert die Geheimnisse dieses grandiosen Netzwerks in unserem Kopf.
Burn out - Arbeiten bis zum UmfallenDie Leistungsgesellschaft und die ökonomische Krise erzeugen einen immensen Druck auf die Arbeitnehmer. Die müssen auf der einen Seite flexibel, engagiert, motiviert sein, um Höchstleistungen erbringen zu können, auf der anderen Seite müssen sie sich oft mit prekären Arbeitsverhältnissen und Lohnpolitiken abfinden. Kaum verwunderlich, dass Angst- und Depressionserkrankungen zunehmen, dass immer mehr Ratgeber den Buchmarkt erobern, die angeblich zeigen, wie man mit dem Druck zurecht kommt. Der Arbeitssoziologe Professor G. Günter Voß zeigt politische und ökonomische Ursachen dieses gefährlichen Trends auf.
Konsumismus: Konformität und Selbstbefreiung - Gespräch mit dem Soziologen Zygmunt Bauman Wo der Konsum einer ersten Bürgerpflicht gleichzukommen scheint, ist der Königsweg zum Glück nur ein schmaler, riskanter Pfad. Zu fragen wäre folglich, welche Spielräume an Selbstbefreiung der Konformitätsdruck den Menschen noch lässt. Darüber unterhält sich Jochen Rack mit dem polnisch-britischen Soziologen und Philosophen Zygmunt Bauman.
Mit Faulheit die Welt rettenVom Recht auf Arbeit sprechen die Gewerkschaften, und von Altbundeskanzler Gerhard Schröder stammt der Satz: "Es gibt kein Recht auf Faulheit in unserer Gesellschaft." Angesichts der Sommerferien und der Wetterlage hat sich unser Autor Michael Lissek ein paar Gedanken zum Thema Faulheit und Arbeit gemacht. Und er kommt dabei zu gänzlich anderen Schlüssen als Schröder und Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt: Etwas mehr Faulheit könnte die Welt retten, denn Arbeit macht krank - Stichwort Burn-out - und Geld ja bekanntlich nicht glücklich.
"Die Simpsons" und die Kunstgeschichte - Lauter Zitate und AnspielungenDie Comicserie "Die Simpsons" ist besonders auch bei vielen Intellektuellen beliebt, denn es geht dort auf ironische und parodistische Weise auch um die Auseinandersetzung mit wichtigen Kunstwerken des Abendlandes. Ob Michelangelo, Van Gogh oder Jasper Johns - mit manchmal subversiver Geste werden die ach so erhabenen Künstler und deren Kunstwerke von den Simpsons vom Sockel gestoßen und bekommen eine neue Bedeutung. Der Kunsthistoriker Henry Keazor erläutert diese noch unbekannte Seite der Kultserie. Henry Keazor studierte Kunstgeschichte, Germanistik und Musikwissenschaft an der Universität Heidelberg und an der Pariser Sorbonne. Er promovierte 1996 und war bis 2005 wissenschaftlicher Mitarbeiter am kunsthistorischen Institut in Florenz bzw. am kunstgeschichtlichen Institut in Frankfurt. Er habilitierte sich 2005 und war zunächst Gastprofessor an der Universität Mainz, danach Heisenberg-Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Seit September 2008 hat er den Lehrstuhl
Renaissance der Utopien - Zur Aktualität von Ernst Bloch "Denken heißt Überschreiten!", "Es kommt darauf an, das Hoffen zu lernen" - Sätze des Philosophen Ernst Bloch findet man überall. Sein antizipierendes Denken von Utopie und Hoffnung animiert bis heute all jene "Mangelwesen", denen das vorgefundene Leben nicht genug ist. Blochs Schriften sind ihnen Begründung der Sehnsucht nach einer anderen, einer besseren Welt. Detlef Berentzen besucht anlässlich des 125. Geburtstags von Ernst Bloch einige der Vielen, die aktuell mit Leben und Philosophie des Hoffnungsträgers umgehen, ihn diskutieren, erforschen, kritisieren, editieren, besingen und von ihm das Denken Richtung Zukunft lernen wollen.Von Detlef Berentzen
Wissen aus der Teeküche - Wie wir nebenbei lernenEtwa 70 Prozent unserer Lernprozesse laufen nebenbei ab, so die Wissens-Forschung. Wir lernen durch unsere Hobbys, im Familienkreis, in Alltagssituationen, im Ehrenamt, im Internet und am Arbeitsplatz. Dort allerdings nicht unbedingt nur am Schreibtisch oder im Schulungsraum, sondern im Austausch mit den Kollegen, beim Plausch in der Teeküche und natürlich stets bei der Lösung eines Problems. Wie dieses Wissen genutzt werden kann, darüber machen sich Forscher und Unternehmer Gedanken. Die einen schlagen "story-telling" als Management-Methode vor, andere suchen nach Möglichkeiten, wie informell Gelerntes auch als Qualifikation gewertet werden kann. Schon Jugendlichen soll bewusst gemacht werden, dass alles, was sie außerhalb der Schule lernen, Teil ihrer Bildung und damit wichtig ist.
Wachstum über alles - Wie viel Bio verträgt die Natur?„Das EU-Bio-Label prangt auf immer mehr Produkten. Jeder Discounter hat mittlerweile eine eigene Bio-Marke, die "ökologisch gerechten Genuss" erschwinglich macht. Da die heimische Nachfrage das Angebot bei weitem übertrifft, werden Bio-Produkte aus aller Welt importiert. Dies hat Folgen für die Landwirtschaft der exportierenden Länder, denn in der EU-Bio-Richtlinie ist zum Beispiel nicht definiert, wie viel Wasser beim Bio-Anbau verbraucht werden darf. Der CO2-Ausstoß ist ebenfalls nicht begrenzt. Auch auf Bio-Höfen werden Landarbeiter wegen fehlender Sozial-Standards ausgebeutet. Und Massentierhaltung findet man dort auch – nur eben in Bio-Qualität. Verträgt sich all das noch mit der ursprünglichen Öko-Intention? Sorgt der hiesige Bio-Boom dafür, dass die Standards immer weiter sinken?
Wirtschaftsethik als Studienfach„Es gibt Wirtschaft, es gibt Ethik - aber es gibt keine Wirtschaftsethik“, urteilte der Soziologe Niklas Luhmann Ende der 80er-Jahre. Das Gegenteil beweisen wollen mittlerweile mehrere Wirtschaftsethik-Professoren an zehn deutschen Universitäten. Aufgerüttelt durch Finanzkrise und Skandale um maßlose oder korrupte Manager wollen auch immer mehr Ökonomiestudenten lernen, wie sie bei ihrer künftigen Arbeit in Unternehmen bestimmte moralische Prinzipien durchsetzen können, ohne den wirtschaftlichen Erfolg zu gefährden. Dabei geht es um faire Geschäftsbeziehungen, sozialverträgliche Arbeitsbedingungen und hohe Standards für den Umweltschutz. Wirtschaftsethik-Studenten lernen, auf welche Weise sich solche Anliegen in unterschiedlichen Branchen etablieren lassen und wo Konfliktfelder liegen.
Re-Feudalisierung und Privatisierung der Macht? Zur Bilderberg-Konferenz 2010Die sogenannten Bilderberg-Konferenzen finden seit 1954 jährlich an wechselnden, möglichst geheim gehaltenen Orten statt. Angeblich sind die Treffen rein privater Natur, doch wenn die Mächtigen aus Wirtschaft und Adel Politiker zum geheimen Gespräch laden, wundern sich auch Menschen, die keinen Verschwörungstheorien anhängen.
Unterricht in Terror - Die "School of the Americas" und die Militarisierung LateinamerikasMehr als 60.000 Militärs aus Süd- und Mittelamerika wurden an der "United States Army School of the Americas" ausgebildet. Seit sechs Jahrzehnten dient die spanischsprachige Militärakademie in Fort Benning, Georgia, der Sicherung des US-Imperiums in Lateinamerika. Ihre Absolventen bildeten ein grenzübergreifendes militärisches Netzwerk, das die Gesellschaften südlich des Rio Grande mit Terror, Folter, Entführungen und Massenhinrichtungen überzog. Die meisten der sogenannten Contras etwa, die im nikaraguanischen Bürgerkrieg systematischen Terror gegen die Zivilbevölkerung ausübten, waren in Fort Benning ausgebildet worden. Menschenrechtsaktivisten gilt die "Schule der beiden Amerikas" deshalb als "Schule der Mörder und Folterer", deren Schließung sie seit 20 Jahren fordern.