Es hat mich vor zwei Jahren schon geschockt, und das Urteil was nun gefällt wurde, zeigt das die Gewaltenteilung irgendwie nicht so richtig funktioniert. Das Urteil ist meiner Meinung nach ziemlich wiederwärtig, und es ist erschreckend zu lesen dass es kein Einzelfall gewesen ist.
Bei Protesten in Heiligendamm trifft ein Wasserwerfer Steffen B. im Gesicht. Daraufhin erblindet sein Auge. Doch das Verfahren gegen die Polizisten wird eingestellt. ... Schuld hätten jedenfalls nicht die Polizisten, die den Wasserwerfer bedienten. Dessen Strahl hatte den heute 38-jährigen Steffen B. während der Proteste gegen den G-8-Gipfel in Heiligendamm direkt im Gesicht getroffen ... Steffen B. erinnert sich, wie ein Polizist mit einem Schlagstock auf Demonstranten zeigt, ganz so, als dirigiere er den Wasserwerfer. Dann trifft ihn der Strahl mit Wucht. Sein Jochbein ist zertrümmert, das linke Augenlid halb abgerissen. ... Neun Augenverletzungen wurden dokumentiert, alle verursacht von Wasserwerfern.
Bei SWR2 Wissen kann man sich einen interessanten Mitschnitt eines Radiobeitrages von Albrecht Kieser anhören:
Für die einen war es ungehöriges Verhalten gegenüber Staatsgästen, das mit aller Härte des Gesetzes unterbunden werden musste; für andere waren es notwendige Demonstrationen gegen die Ungerechtigkeiten der Globalisierung und deren politische Protagonisten. Die Bilder von Rostock und Heiligendamm scheinen beiden Seiten Recht zu geben: Steine werfende Demonstranten - prügelnde Polizei, unterstützt von Aufklärungsflugzeugen der Bundeswehr. Mehr als ein halbes Jahr nach den Ereignissen um den G8-Gipfel hat sich der Medienrummel gelegt. Deutlich dabei geworden sind: zahlreiche Übergriffe der Ordnungskräfte gegen Demonstranten an der Grenze gesetzlicher Zulässigkeit sowie Vorgehen gegen Menschen, die sich bis auf wenige Ausnahmen friedlich verhalten haben.
Polizeirazzien waren rechtswidrig Militante G8-Gegner sind keine terroristische Vereinigung, entscheidet der Bundesgerichtshof. Damit sind die Durchsuchungen bei Globalisierungskritikern im Mai 2007 illegal TAZ Online
Handschellen für die Bundesanwälte Der Bundesgerichtshof pfeift die obersten Ermittler zurück: Planungen von Militanten bedrohen nicht den Staat. Die Razzien vor dem G8-Gipfel waren deshalb rechtswidrig Zeit Online
BGH erklärt Razzien bei G-8-Gegnern für rechtswidrig Neue Schlappe für die Bundesanwaltschaft: Die Durchsuchungsaktionen bei G-8-Gegnern im Vorfeld des Weltwirtschaftsgipfels in Heiligendamm waren nach Auffassung des Bundesgerichtshofs rechtswidrig. Generalbundesanwältin Harms sei gar nicht zuständig gewesen. Spiegel Online
Es ist schon etwas her aber die meisten Menschen dich sich an den Protesten in Heilligendamm beteiligt haben, haben zumindest gerüchtemäßig gehört, das einem Demonstranten ein Auge von Wasserwerfen eingedrückt worden ist. Auf dem i-tend-to-be wurden jetzt ein paar Aufnahmen von den Protesten veröffentlicht, unter anderem auch von den Sitzblockaden am Westgate und dem massiven Wasserwerfereinsatz, sowie einem der Unglücklichen der sein Auge fast verloren hat. Wie ich in dem Bericht von i-tend-to-be gelesen habe, war dies wohl nicht die einzige Person die aufgrund der Wasserwerfer fast (?) ihr Auge verloren hat, ein weiter guter Grund zu versuchen die Auswirkungen von Wasserwerfereinsätzen ein wenig in die Öffentlichkeit zu bringen.
Ich habe ein Video von G8 Tv gefunden das sehr schön den Ablauf der Blockade des Hauptzugangs (Straße und Schienen) von Heiligendamm dokumentiert. Es gibt die Stimmung und die Atmosphäre aber auch die Taktik und den Verlauf der Blockade, so wie ich sie erlebt habe sehr gut wieder
ich habe gerade in der letzten Woche sehr viel vergleichend Zeitungen gelesen, die TAZ, Frankfurter Rundschau, Süddeutsche Zeitung und auch die BZ. Ich habe viele gute Berichte lesen dürfen, habe aber auch oft feststellen müssen, dass Fakten durcheinander gebracht und auch falsch dargestellt wurden. So was ist für eine seriöse Zeitung mit einem gewissen journalistischen Anspruch peinlich und ärgerlich, aber es gibt bei diesen Zeitungen viele aufmerksame Leser, die in Leserbriefen auf so etwas reagieren und diese Zeitungen solche Leserbriefe auch abdrucken.
Ich möchte an dieser Stelle aber über die BZ, und im Besonderen über Ihren Artikel „Wandertag der Chaoten“ (07.06.07, Seite 4 + 5) schreiben.
ich bin gerade vor ein paar Minuten aus Rostock von der Anti G8 Demo wiedergekommen. Ich habe zwar einen Text in der Bahn bezüglich der Demo vorgeschrieben aber es ist gerade vollkommen unmöglich den abzuschreiben und aufzubereiten bevor ich im sitzen einschlafe.
Ich wollte euch aber doch einfach schon mal ein paar Eindrücke auf Fotos zur Verfügung stellen, genauere Infos werden denke ich erst in einer Woche folgen da ich breites morgen Abend schnell wieder nach Rostock fahre
Video von dem Wasserwerfereinsatz der sich irgendwann vollkommen ungezielt
gegen alle Demonstraten gerichtet hat und nicht nur gegen die Gewalttäter
gewalterfeier Protest gegen den Einsatz der Wasserwerfen
Ein hysterisches Wort voller Penetranz hätte ich nun beinahe gegen den faschistischen Schutzwall um Heiligendamm geschmettert und wirklich, ja, ich hätte das Fass der Polemik angestochen und ein gutes Maß frisch gezapfter Wut in die Tastatur fließen lassen. Aber zum Glück gibt es Innenminister, als Ventile unserer Angst lassen sie dem Druck des kollektiven Sicherheitswahn ein wenig die Luft ab und kümmern sich um Hunde, Zäune und die ganzen bösen Terroristen, die hier in diesen Ecken Berlins in ihren Wohnungen hocken und unablässig nur daran denken, wie man möglichst das ganze Land in die Steinzeit zurückbomben kann.
Am letzten Samstag (12.05.07) hat eine Fahrraddemo durch Tiergarten, Mitte, Prenzelberg, Friedrichshain, Neukölln und Kreuzberg, organisiert vom dem Bündes „Fit für den Gipfel“ stattgefunden.
Trotz schlechten Wetters, von dem sich Berliner recht schnell abschrecken lassen …
Seit mehreren Monaten bereitet die CampingAG, bestehen aus Leuten aus verschiedensten Gruppierungen, mehrere Camps im Raum Heilligendamm für ca 15.000 – 20.000 Menschen vor. In jedem Camp werden sanitäre Anlagen, Gemeinschaftszelte, VoKüs, Infopunkte, Workshops und ähnliches zu finden sein. In den Camps gibt es Barrios/Viertel für verschiedene Gruppierungen und Themengebiete. Wenn ihr selbst ein Barrio organisieren wollt, könnt ihr euch mit der CampingAG in Verbindung setzen. Es wird zur Finanzierung der Camps einen freiwilligen Campbeitrag vom ca 5 Euro pro Person und Tag geben. Ansonsten sind auch immer Spenden wie alte Zelte, Schlafsäcke, Isomatten, Geschirr, und ähnliches herzlich willkommen.
Auf der Homepage findet mehr Informationen zu der Idee, zu den Camps und natürlich auch Kontakt zu der Camping07 AG
Am Freitag den 27.04.07 startet in Berlin an mehreren Orten der Parcours Global. Es soll "Kombinationsgymnastik" gegen G8 an verschiedenen globalisierungsrelevanten Orten stattfinden. Mich erschreckt zunächst, muss ich ja zugeben, der Begriff Gymnastik auf jeden Fall aber wenn ich mir mal anschaue was bei dem Parcours Global auf mich/uns/euch zukommt bin ich mir sicher es wird bunt, laut und unterhaltsam. (weiter)