[ Des Nasenmanns Kolumne ] 03 November, 2007 04:39

Meine lieben Freunde.

Ich werde etwas einlösen, was ich vor langer Zeit versprach.

Ich hatte den "Jonas Kolsch" fortführen wollen, doch irgendwie...nun ja.

Nun lassen wir den "Kolsch" Kolsch sein und haken ihn  meinetwegen als extrem beschissenen Kurztext ab, um uns neueren Gedanken zuzuwenden. Ein Text, der fortgeführt werden wird, da er mir am Herzen liegt. Ein Text eben.

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Selbst das beste Rätsel definiert sich über die Frage. Über die anfängliche Bewunderung eines Problems, über die Konstruktion des scheinbar Unzugänglichen. Der Anfang eines Witzes ist es, was uns schmunzeln lässt, der Aufbau eines Spannungsbogens, nicht die Pointe, die naturgemäß alles einreißt und beendet. Ein Schüler, der seinen Finger in die Höhe reckt, wird niemals Befriedigung erfahren können, wenn nicht vorher eine Frage formuliert wurde. Eine Antwort ist NICHTS ohne die dazugehörige Frage. Eine Frage allein hingegen kann ALLES sein, die Welt bedeuten. Und in meinem Fall ist sie die Welt selbst. Frage und Antwort mögen den Anschein kausaler Zusammengehörigkeit erwecken und doch sind sie enger verschmolzen als diese Ahnung von Chronologie erweckenden Begriffe uns glauben machen wollen.

Meine Geschichte ist mit einiger Berechtigung als verrückt zu bezeichnen – und es werden nicht wenige sein, die diesen Umstand schamlos und ohne zu fragen ausnutzen werden – doch ist sie es nicht in dem Sinne, dass mein Geisteszustand damit getroffen wäre; vielmehr verschwimmen in ihr die Zusammenhänge zwischen Ursache und Wirkung, zwischen Frage und Antwort derart, dass selbst ich nicht mehr weiß, ob ich vielleicht selbst diese Ansichten nur aufgrund des Erlebten konstruiert habe und danach trachte ,meine eigene Integrität, die ich nicht zu jedem Zeitpunkt zu wahren fähig war, mit diesen erregten und erregenden Theorien wiederherzustellen.

Kein Gott wurde je erschaffen, ohne dass es vorher einem Menschen nach Wissen gedürstet hätte, welches ihm auch nach längerer Suche verwehrt geblieben war. All unsere Vorstellungen und Wünsche, jede ausgesprochene und unausgesprochene Hoffnung, jeder Hass und jede Verzweiflung, die je einen Menschen bewegten sind Erzeugnisse einer zutiefst humanen Regung. Des Strebens nach dem Wissen um eine Frage, die all das rechtfertigt. Die Suche nach dem Problem, das es zu lösen gilt ist was uns umtreibt.

Ja, ich habe zu verantworten, dass ein Mensch starb.

Er musste leiden, bevor er starb.

Und wenn ich die Frage, ob dieses Leiden, das ich mit eigenen Augen sah und sehen wollte, für das ich und meine Handlungen der Grund waren, durch den Grad meiner dadurch erlangten Satisfaktion gerechtfertigt war vor meiner Tat zu beantworten gehabt hätte, dann hätte ich das Messer womöglich nicht in die Hand genommen. Um ehrlich zu sein: Ich fühlte mich elend, als das letzte Röcheln verstummt war, und ich war darüber ehrlich verwundert.

Dies ist nicht die Geschichte eines Mörders. Dies ist nicht die Geschichte eines Mannes, der für sich beansprucht, Generalitäten zu erläutern, die ständig gegenwärtig sind und jedes Mannes Hand zu führen bereit. Nein, dies ist meine Geschichte und ich bin ein Mörder.

Ich möchte diese Geschichte nicht erzählen, um Sympathie für mich oder mein Handeln zu wecken und nicht, um mich und meine Seele zu läutern, sondern aus einem menschlicheren Grund: Ich verstehe sie nicht.

Ich möchte mich kurz fassen in meinen Ausführungen, denn ich glaube nicht, dass es noch lange dauern wird, bis die Folgen der Lungenentzündung, die mich bereits seit zwei Wochen plagt meine Beichte, wenn man so will, jäh unterbrechen werden.

Dieses kleine Haus am Rande einer größeren Stadt, das ich und meine Frau zwanzig Jahre lang bewohnt haben und –irgendwie- auch immer noch bewohnen, wird der Ort sein, an dem ich sterbe. Sie wird mir dabei aus leblosen Augen zusehen, denn ich habe weder Kraft noch Willen genug, ihre sterblichen Überreste aus diesem Zimmer fortzuschaffen. Sie lehnen unnatürlich verdreht an der Wand, dort wo einst ein kunstvoll gearbeiteter Sekretär aus Kirschholz stand, bevor ich mich gezwungen sah, ihn zu verkaufen, und da die Wand, an der meine Frau vor drei Tagen starb, dem einzigen Fenster dieses Zimmers gegenüber liegt, wirkt sie seltsam eingerahmt von den Konturen, die das alte Möbelstück über die Jahre auf der Raufasertapete hinterlassen hat. Eine absurde Apotheose.

Schon gestern bemerkte ich, dass es zu Gerüchen kommt, doch bin ich nicht sicher, ob es ihr zu faulen beginnendes Fleisch ist, das ich wahrnehme oder ob es die geronnenen Flecken ausgehusteten Blutes sind, die mittlerweile meine gesamte Bettstatt überziehen.

Es ist wie es ist, mein Gott.

Meine Geschichte beginnt unspektakulär, so wie es alle spektakulären Geschichten zu tun pflegen. Ein Herbsttag, nicht mehr. Obwohl: Ein Hauch von Fernweh vielleicht. Eine Ahnung von dem, was ich hätte sein können und ein Gedanke. Der Gedanke, dass es Herbst ist. Ja, wenn mich nicht Alles täuscht, begann alles mit dem Gedanken: Nun ist es Herbst.

[ Des Nasenmanns Kolumne ] 06 Juni, 2007 20:04

Grüße, liebe Freunde, und ihr, die es werdet wollt. Auch wenn ich kurz darüber nachgedacht habe, ob ich mich zu dem derzeitigen Top-Thema G8 äußern soll, wird es an dieser Stelle unterbleiben, da ich für mich beschlossen habe, meine Kolummne unpolitisch zu halten. Ich möchte euch auch gerne sagen, warum ich das getan habe. Erstens liegt mir nichts daran, hier zu enttäuschen, zu belehren, anzuprangern oder zu verurteilen. Dies ist nicht so zu verstehen, dass ich meine Stimme in politischen Fragen grundsätzlich zurückhalte, aber aus hier nicht näher zu erläuternden Gründen erscheint mir diese Internetpräsenz nicht der richtige Ort für einen politischen Diskurs mit meiner Beteiligung. Und zweitens war und ist der Grund für mein Mitwirken an dieser Seite der Wunsch, all diejenigen mit kleinen, selbstgeschraubten Texten zu erheitern, die Erheiterung durch sie zu erfahren in der Lage sind. Ein kurzes Statement möchte ich mir dennoch erlauben: Was von diesem Gipfel, bzw. seinen Vorbereitungen bisher zu mir durchgedrungen ist, erfüllt mich mit Abscheu und Verachtung. Aus vielen Gründen.

Statt einer dezidierten Auseinandersetzung mit diesem Thema möchte ich hier lieber das Sequel zum "BRACK" vorstellen, welches hier nach und nach kapitelweise erscheinen wird. Beginnen möchte ich mit, nun ja, dem ersten Kapitel:

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[ Des Nasenmanns Kolumne ] 27 Mai, 2007 00:07

Es grüßt der Nasenmann und präsentiert an dieser Stelle einen Text aus dem Jahre 2003. Für alle, die ihn noch nicht kennen oder die, die ihn noch einmal lesen möchten.

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[ Des Nasenmanns Kolumne ] 08 April, 2007 03:04
Willkommen zu Hause   (weiter)
[ Des Nasenmanns Kolumne ] 29 März, 2007 13:31

Nun ist es also soweit: Die Schweineherbst steht und alle Hindernisse, die meine Mitarbeit an diesem Projekt hätten verhindern können, wurden mit der Breitaxt, die sich Vernunft und Zugeständnis nennen mag, zertrümmert, so dass es nur konsequent und billig ist, auch meine Stimme auf dieser Plattform erklingen zu lassen.

Ich habe mir vorgenommen, hier in loser Folge ein paar Gedanken zu allen möglichen Themen preiszugeben, was mich dazu bewogen hat, diese Rubrik mit dem Terminus Kolumne zu überschreiben. Ich werde mich allerdings dagegen wehren, diese selbst auferlegten Vorgaben zu eng zu definieren, i.e. hier wird u. U. auch das ein oder andere Gedicht auftauchen, oder so.

Ich habe noch nicht den geringsten Schimmer, was genau Euch hier erwarten wird, aber wie ich mich kenne, wird es beizeiten fäkal, vulgär oder auch sonst in irgendeiner Art anstößig werden.

Vielleicht aber auch eben nicht.

Wer damit Probleme hat, kann sich gern an meine Mutter wenden:

http://video.google.de/videoplay?docid=8527632829545896009&q=mike+tyson

Damit sei fürs Erste alles gesagt, was zu sagen notwendig erscheint.

Gruß

Der Nasenmann

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