Svenja Schröder: Feministische Netzkultur
Nach einer Pause aufgrund technischer Probleme, die erst einmal gelöst werden wollten, geht heute endlich wieder eine neue Folge unseres Podcasts online. “Feministische Netzkultur – Spielwiese oder Kriegsgebiet? Interdisziplinäre Betrachtung einer Netzlandschaft” lautete der Titel von Svenja Schröders Vortrag im November 2009, der Einblicke in die deutschsprachige (queer-)feministische Blogosphäre und Vernetzungen auf Seiten wie facebook oder twitter gibt. Svenja Schröder (M. Sc.) ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für kollaborative lehr- und lernunterstützende Systeme an der Uni Duisburg Essen. Sie forscht zu Kollaboration im Web 2.0 (v.a. twitter) und ist in der Hacker- und queer-feministischen Szene unterwegs.
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SWR2: Ärzte made in Kuba

Das Gesundheitssystem Kubas ist eines der Aushängeschilder der Revolution von 1959. Die auf der Insel praktizierte Medizin genießt bis heute international einen guten Ruf. Ein Beweis ist die niedrige Kindersterblichkeit, die es mit den höchst entwickelten Staaten aufnehmen kann. Kubanische Ärzte halfen 1998 in Honduras, als der Hurrikan „Mitch“ das Land verwüstete und Tausende Menschen medizinische Versorgung benötigten. Gleichzeitig hatte der damalige kubanische Präsident Fidel Castro eine Idee: Statt Ärzte ins Ausland zu schicken, sollten künftig junge Menschen in Havanna Medizin studieren, um später in ihren zumeist armen Heimatländern zu praktizieren. An der „Lateinamerikanischen Schule für Medizin“ erhalten heute alljährlich über 2000 angehende Ärzte ihr Diplom; die Kosten des Studiums trägt die kubanische Regierung. Die Studierenden kommen aus fast allen Ländern Lateinamerikas und der Karibik, aber auch aus Afrika - und sogar aus den USA. Von Karl-Ludolf Hübener
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Die Geschichte der Globalisierungskritik und ihrer Protestformen
Sambagruppen, Straßentheater-Aktivisten, in pink und silber gekleidete Feen und Cheerleader und Clownsarmeen: Die Proteste der Globalisierungskritiker sehen oft eher nach Stadtfest aus als nach Demo. Lustig, spielerisch, kreativ will man gegen die Mächtigen der Welt protestieren. Aber auch Straßenschlachten und Auseinandersetzungen mit der Polizei prägen bis heute unser Bild von der globalisierungskritischen Bewegung. Anfang der 2000er Jahre erfreute sich vor allem Attac, das Netzwerk aus Organisationen und Einzelmitgliedern, wachsender Mitgliederzahlen. Doch der anfangs innovative Ansatz, eine Plattform für andere Organisationen zu sein, scheint bereits nach 10 Jahren überholt: Während sich attac im Moment schwer tut, von der aktuellen Wirtschaftskrise zu profitieren, sind kleine Organisationen sehr erfolgreich, die ihren Protest vor allem durch das Internet organisieren. Dort können Leute mit minimalem Zeiteinsatz und ohne sich mit einer großen Organsation herumschlagen zu müssen, punktuell aktiv werden. Während attac noch “Mitglieder” hat, brauchen Initiativen wie campact.de nur noch Aktivisten.
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Talx: Andreas Haderlein - Trend- und Zukunftsforscher
Andreas Haderlein ist Mitarbeiter am Zukunftsinstitut  Kelkheim, das sich selbst als einer der einflussreichsten Think-Tanks der europäischen Trend- und Zukunftsforschung bezeichnent. Dort beschäftigt sich der Medien- und Kulturanthropologe mit der Zukunft von Gesellschaft, Unternehmen und Kultur. Als Leiter der Zukunftsakademie und der Onlineredaktion arbeitet er daran, den gesellschaftlichen und soziokulturellen Wandel begreifbar zu machen, zu moderieren und die Zukunft als Chance zu begreifen. Einer seiner Schwerpunkte dabei ist die Zukunft der Medien. Bei Talx wagen wir einen Blick zurück auf das vergangene Jahrzehnt und einen Blick in das gerade angebrochene neue Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts.
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BR2: Tiefenökologie – Wenn Philosophie praktisch wird
Als der norwegische Philosoph Arne Naess 1973 den Begriff der "deep ecology" prägte, hatte er folgende Grundidee vor Augen: er wollte in Abgrenzung zur "oberflächlichen Ökologie", die sich mit dem Anspruch auf eine saubere Umwelt befasst, das Recht auf eine tiefer gehende Befriedigung menschlicher Grundbedürfnisse formulieren. Dazu stellte Naess ein Gerüst aus acht Grundsätzen auf, die den Menschen als Teil des "Erdhaushaltes" auf seine natürliche Größe herunterstutzt. Jene ethischen Gebote gehen vom gleichen Wert aller Lebewesen aus, von der Notwendigkeit, die Vielfalt des Lebens zu respektieren, von der zu großen Anzahl und Machtfülle des Menschen, von der Notwendigkeit der gesellschaftlichen Neuorientierung und der Verpflichtung zu handeln. Erst wenn der Mensch sein Leben in Einklang mit dem Ganzen bringe, gelänge ihm die Überwindung seines gespaltenen Bewusstseins, so predigen die Anhänger der Tiefenökologie. Nicht das ständige Hochschrauben der Lebensstandards, sondern der Zuwachs an Lebensqualität gebe die Befriedigung, am ganzheitlichen Entwurf für ein besseres und friedlicheres Zusammenleben teilzuhaben. Sein Höhepunkt ist erreicht, wenn jeder einzelne die gleiche Achtsamkeit den eigenen Belangen wie denen der Natur zufließen lässt und zu einer neuen Wahrnehmung der Welt gelangt.
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Zeit des Zorns. Kapitalismus, Arbeit und Krise

Auf Einladung der Redical [M] stellte Jutta Ditfurth  im Januar 2010 einige der Kernthesen ihres neuen Buches »Zeit des Zorns – Streitschrift für eine gerechte Gesellschaft« (München 2009) in Göttingen vor. Ihr Vortrag ist eine Mischung aus gesellschafts- und ideologiekritischer Zusammenschau auf die aktuelle Weltwirtschaftskrise und Abschweifung.
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Tadzio Müller - Grüner Kapitalismus
Aus einer regulationstheoretischen Perspektive stellt Müller Überlegungen über die ökologischen Modernisierungsversuche des Kapitalismus, über Potentiale des Staates, im Namen von Umwelt- und Klimaschutz Kontrolle auszuüben und über die Möglichkeiten linker Intervention dagegen an.
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ARD: Protestbewegung in den USA "Nehmt den Großbanken das Geld weg!"
Während die mit Steuergeldern geretteten US-Finanzriesen ihren Top-Mitarbeitern Millionen-Boni zahlen, entsteht eine Gegenbewegung. Protestler rufen dazu auf, zu kleinen unabhängigen Banken zu wechseln. Ein Appell an die Zivilcourage und den Kampfgeist der Amerikaner Von Lena Bodewein, NDR-Hörfunkstudio New York
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SWR2: Unkonventionell oder mainstreamig - Was ist die wahre Elite?
Seit unsere Hochschullandschaft um die Elite-Leuchttürme bereichert worden ist, diskutiert die Öffentlichkeit über die Frage, was wir unter Elite verstehen wollen: eine Geldelite, eine effiziente Leistungselite, die das Bruttosozialprodukt steigert? Kennzeichen der eigentlichen Elite ist ihre Unkonventionalität: Man ist weder links noch rechts, weder modern noch konservativ, weder schüchtern noch karrieresüchtig, weder grüblerisch noch oberflächlich, nein, man ist alles zugleich. Das klingt nach Indifferenz; tatsächlich aber liegt hier das Geheimnis noch jeder Höchstleistung, die irgendwo, ob in Politik, Wirtschaft oder Kultur, erbracht worden ist. Konstantin Sakkas, Journalist und Philosoph, zeigt, welcher Elitebegriff aus seiner Sicht am sinnvollsten erscheint.
Konstantin Sakkas (*1982) studierte Rechtswissenschaften, Philosophie und Geschichte und schloss sein Studium an der Freien Universität Berlin 2009 mit dem Magister ab. Gegenwärtig promoviert er bei Professor Bernhard H.F. Taureck (TU Braunschweig) über Hannah Arendt. Er arbeitet seit mehreren Jahren als freier Autor für Presse und Rundfunk.
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SWR2: Strafvollzug als Profit-Center - Privatisierung in deutschen Gefängnissen
Mit der JVA Offenburg eröffnete im Juni 2009 das erste teilprivatisierte Gefängnis in Baden-Württemberg. Rund 40 Prozent aller Aufgaben werden in Offenburg von der Firma Kötter gemanagt, einem Unternehmen, das bisher vor allem in der Sicherheits- und Reinigungsbranche tätig ist. Das Justizministerium erhofft sich dadurch Einsparungen von 200.000 Euro im Jahr. Kritiker verweisen auf die JVA Hünfeld in Hessen, die 2005 als erstes teilprivatisiertes Gefängnis in Deutschland in Betrieb ging. Bei einem Vergleich hat sich ergeben, dass ein privat betriebener Haftplatz teurer ist als ein staatlicher. Welche Argumente haben Befürworter und Kritiker? Welche Folgen für den Strafvollzug haben solche Teilprivatisierungen? Von Christine Werner
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WDR5: Erlebte Geschichten - Esther Bejerano
Sie überlebte die Hölle / Esther Bejerano und das Mädchenorchester von Auschwitz / Eine Sendung von Albert Wiedenhöfer / Esther Bejerano ist jetzt 85 Jahre alt - und sie wird nicht müde, Musik zu machen und davon zu erzählen, dass sie Auschwitz überlebt hat. Im vergangenen Jahr beschritt sie musikalisches Neuland: Mit der Kölner Saxophon Mafia zusammen trat sie auf die Bühne, gemeinsam kreierten sie einen neuen Musikstil. 1924 in Saarlouis als Tochter eines Kantors geboren, wurde sie 1943 mit weiteren 1000 Juden in Viehwaggons zum Abtransport nach Auschwitz gesteckt. Im Lager schleppte sie Steine, meldete sich für das Mädchenorchester, spielte dort Akkordeon - und überlebte. Bei einem Todesmarsch 1945 konnte sie fliehen. Ab den 80er Jahren, als sie aus Israel nach Deutschland zurückgekehrt war, trat sie mit der Band "Coincidence" auf, die jiddische und antifaschistische Lieder spielt. / Redaktion: Mark vom Hofe © WDR 2010
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WDR5: Kapitalismus ohne Wachstum
Gibt es eine Wirtschaftsordnung ohne Zwang zum Mehr? Gäste: Roger de Weck, Ökonom und Publizist; Reinhard Loske, Grüner Umweltsenator Bremen; Moderation: Jürgen Wiebicke © WDR 2010
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War Flipper schwul? Homosexualität bei Tieren

Masturbierende Schimpansen, Gruppenorgien bei männlichen Delfinen? Bis vor kurzem taten sich Verhaltensbiologen schwer, Homosexualität im Tierreich anzuerkennen, mittlerweile ist klar, dass das Phänomen genauso stark verbreitet ist wie unter Menschen. Das betrifft nicht nur Flipper, sondern auch männliche Gorillas, die in Junggesellentrupps leben und bevorzugt mit Männern über Jahre hinweg verkehren. Volker Sommer, Professor für evolutionäre Anthropologie am University College London, schildert Phänomene und Ursachen der tierischen Homosexualität. Volker Sommer hat am University College London einen Lehrstuhl für Evolutionäre Anthropologie inne und gilt laut dem letzten Cicero-Ranking als einer der wichtigsten Naturwissenschaftler Deutschlands, die zur öffentlichen Meinungsbildung beitragen. Schwerpunkt seiner Forschungen ist die Verhaltensökologie von Primaten. Gleichgeschlechtliches Sexualverhalten thematisierte er zunächst in seinem Klassiker "Wider die Natur ? Homosexualität und Evolution" (München: C.H. Beck 1990) und zuletzt (als Herausgeber, mit Paul Vasey) in "Homosexual Behaviour in Animals. An Evolutionary Perspective" (Cambridge: Cambridge University Press, 2006).
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MDR: Demokratie 2.0
Die junge Generation, die mit Internet und Digitaltechnik aufgewachsen ist, sieht immer mehr ihren Lebensraum bedroht. Nun nutzt sie die Möglichkeiten der digitalen Welt, sich zu vernetzen und für Freiheit und Offenheit in diesem Lebensraum zu kämpfen.
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SWR2: Selber denken! Zur Entwicklung der "Philosophischen Cafés"

Das Leben provoziert Fragen. Immer schon. Man will die Welt erkennen, ihr denkend auf den Grund gehen. Gerade in der unübersichtlichen Postmoderne gibt es ein zunehmendes Bedürfnis nach Antworten. Der Erfolg der "Philosophischen Cafés" belegt das. Seit Marc Sautet Anfang der 90er-Jahre begann, die Philosophie neu und praktisch zu verorten, ist sie zu einem frei verfügbaren "Basis-Vitamin" gegen den alltäglichen Kältestrom geworden. Detlef Berentzen hat "Cafés" besucht, in denen Philosophie lebendig wird, erörtert aber auch das Wirken von Marc Sautet und aktuelle Entwicklungen der praktischen Philosophie. Von Detlef Berentzen
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SWR2: Ohne Staub kein Regen
Bei allen Versuchen, Vorhersagen über das Klima der Zukunft zu machen, haben die Forscher ein großes Problem: Staub. Sie wissen zu wenig über Schwebteilchen wie Sandstaub, Vulkanasche, Pilzsporen, Salzkristalle oder sogar von Bruchstücken von Tierhaaren in der Atmosphäre. Diese winzigen Partikel lassen die Tröpfchen der Wolken entstehen, so viel ist klar. Aber dann wird es konfus: Manchmal gibt es Wolken, die viel Sonnenwärme ins Weltall zurückstrahlen. Oder Wolken, die die Wärme wie eine Bettdecke am Boden halten. Aus manchen regnet es schnell und heftig, andere lösen sich auf, bevor auch nur ein Tropfen fällt. Chemiker, Physiker und Klimatologen versuchen jetzt genau herauszufinden, welche Rolle welche Art von Staub dabei spielt. Von Rainer B. Langen
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