Neues aus dem Hinterhof von docque
In der letzten Zeit gab es hier wenig Aktivität, es folgt ein Versucht der Rechtfertigung. Bis vor kurzer Zeit, herrschte, wenn ich mich recht erinnere gutes Wetter, es war sonnig und warm. Ich habe die Gelegenheit genutzt und viel Zeit auf einem Fleck, etwas am Rande des Kreuzbergs, der ein wenig Schatten bot, mit moderner Schundliteratur verbracht. Die letzten Tage erinnerte mich das Wetter doch leicht an einen norddeutschen Sommer, ich dachte ich hätte das hinter mir gelassen, aber scheinbar hat mich das Wetter eingeholt. Der Wind ist böig bis stark und auch das restliche Wetter (Regen, Nieselregen, Schauer, Bedeckt) ist nicht so wirklich glorreich.
Auch die Nachrichten muntern nicht wirklich auf, Milch soll teuer werden (wenn das so weiter geht, ist Milch bald teuer als Mineralwasser), die Nato will kleinere Bomben abwerfen um weniger Zivilisten zu treffen , 70 % der Iraker sind von der Wasserversorgung abgeschnitten und für Fondmanager brechen auch gerade harte Zeiten an.
Der Regen erinnert mich gerade an den August letzten Jahres. Es war glaube ich ein Freitagnachmittag an dem ein starkes Unwetter begann, kurz vor Feierabend. Ich stand schon hibbelig und nervös wie ein kleines Kind vor der Bescherung am Bürofenster und beobachte wie der Regen auf die Spree peitschte. Um 17:58 machte ich mich langsam auf den Weg, setzte mir meine Kopfhörer auf, schnappte mir mein Rad und begab mich nach draußen. Es folgte ein wilder Ritt durch Pützen und Schlammlöchern. Ich fuhr auf überschwemmten Straße und über Kreuzungen die mehr an Seen erinnerten, wich offenen Gullilöchern und deren verschwemmten Gullideckeln aus.
So kam ich auch, abgesehen von ein paar Schürfwunden mehr oder weniger wohlerhalten nach Hause, immer noch mit vor Begeisterung leuchtenden Augen. Das wahre Ausmaß der Regenfälle offenbarte sich am nächsten Tag. Hunderte, wenn nicht tausende toter Ratten und Fische schwammen an der Wasseroberfläche, der Ratten waren in der Kanalisation ersoffen, als der Regen die ganze Kanalisation unter Wasser, die Fische etwas später, als der Landwehrkanal aufgrund der hohen Wassermengen umkippte.
Mittlerweile sind die toten Tiere und der Müll weggetrieben worden, oder zumindest verwest. Die letzte tote Ratte die ich gesehen habe, lag überfahren auf dem Radweg am Hansaplatz, eine ziemlich unschöne Vorstellung eine Ratte mit den Rad zu überfahren. Die toten Ratten sind also verschwunden, aber das WSA ist auf die glorreiche Idee gekommen ein paar dutzend Bäume zu fällen und andere mit einer vollkommen bescheuerten Sicherung, bestehen aus großen (um nicht zu sagen riesigen) Betonklötzen, Holzlatten und Spanngurten, zu sichern. Aber im Untergrund, äh Hintergrund tut sich was, unser Vermieter ist nach ein paar Jahren endlich mal zu dem Entschluss gekommen unseren Innenhof zu begrünen lassen (ist momentan noch eine reine Betonwüste). Ich werde todesmutig versuchen ein paar nette Aufnahmen aufzutreiben und für euch ins Netz zu stellen, wenn was draus wird.
Ich bin gespannt was der Sommer noch so bringt, die Wettervoraussage für die nächsten 10 Tage sieht düster aus, aber langweilig wird es bestimmt nicht…
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