Liebe Frau Stephanie Jungholt,

ich habe gerade in der letzten Woche sehr viel vergleichend Zeitungen gelesen, die TAZ, Frankfurter Rundschau, Süddeutsche Zeitung und auch die BZ. Ich habe viele gute Berichte lesen dürfen, habe aber auch oft feststellen müssen, dass Fakten durcheinander gebracht und auch falsch dargestellt wurden. So was ist für eine seriöse Zeitung mit einem gewissen journalistischen Anspruch peinlich und ärgerlich, aber es gibt bei diesen Zeitungen viele aufmerksame Leser, die in Leserbriefen auf so etwas reagieren und diese Zeitungen solche Leserbriefe auch abdrucken.

Ich möchte an dieser Stelle aber über die BZ, und im Besonderen über Ihren Artikel „Wandertag der Chaoten“ (07.06.07, Seite 4 + 5) schreiben.

Ihr Artikel (Bericht würde ich das nicht nennen, ich kann mir kaum vorstellen das Sie, wie die meisten ernsthaften Journalisten bei der Aktion anwesend gewesen sind) der in der Überschrift(siehe Bild) alle Teilnehmer der Demonstration implizit des Mordes bzw des Totschlags and 250.000 afrikanischen Kindern bezichtigt, hat bei mir nicht nur leichte Übelkeit sondern auch Verwirrung ausgelöst. In dieser Schlagzeile betiteln Sie die Demonstranten als Gutmenschen und greifen diesen Begriff noch mal am Ende des Artikels auf, sprechen sonst aber nur Chaoten, Terroristen, Gewalttätern und militanten Globalisierungsgegnern.

militantes Gutmenschenchaotenterroristenpack 

Diese leichten Unstimmigkeiten fielen mir aber erst auf nachdem ich diese dumpfe, peinliche und vollkommen unsachliche Polemik ihrerseits verdaut hatte. Mir stößt es immer noch wieder übel auf wenn ich Ihren Bericht in die Hand nehme und möchte auf die totale Idiotie dieser Überschrift und der Vermischen vollkommen gar nicht weiter eingehen, sondern würde Sie gerne fragen, ob sie schon mal mit dem Gedanken gespielt habe sich von Jungholt in Unhold umbenennen zu lassen. Dies könnte Unwohlsein bei Ihren Lesern, vielleicht sogar den einen oder anderen Herztod unter Ihren reflektieren Lesern verhindern, da diese schon frühzeitig gewarnt wären. 

Das hat natürlich nicht den Stellenwert von 250.000 afrikanischen Kindern, aber ich habe das Gefühl Ihre Leser sind Ihnen wichtiger, denn ohne Leser könnte es passieren das Sie auf der Straße landen und Sie auch von militanten Gutmenschenchaotenterroristen dahingerafft werden...